Auf welche Weise wirkt Propiverin gegen Inkontinenz?

Propiverin hat gleich zwei Effekte, die sich bei der Blasenschwäche als günstig erweisen. Zum einen hemmt es den Botenstoff, der die Harnentleerung aktiviert. Zum anderen wirkt es entspannend auf die Muskulatur in der Blasenwand. Somit ist Propiverin vor allem bei der überaktiven Blase von Kindern eine Option, bei der es durch eine Art Übererregung zu ungewolltem Harnabgang kommt.

Gegen die überaktive Blase

Das typische Erscheinungsbild der überaktiven Blase ist ein plötzlich auftauchender, sehr starker Harndrang, bei der der Harn nicht mehr gehalten werden kann. Charakteristisch sind auch häufiges Wasserlassen mit kleinen Urinmengen und nächtliches Bettnässen. Auch bei Erwachsenen tritt diese Form der "Drang-Inkontinenz" auf, Propiverin wird aber häufiger bei Kindern eingesetzt.

Weitere Einsatzgebiete von Propiverin sind Erkrankungen, die über Nervenschäden zu einer übererregbaren Blase führen. Dazu zählen die Multiple Sklerose oder auch Rückenmarkschädigungen.

Zwei Wege zum Ziel

Biochemisch betrachtet ist der Wirkmechanismus von Propiverin recht kompliziert. Zum einen hemmt das Medikament einen speziellen Rezeptor, über den der Botenstoff Acetylcholin das Zusammenzeihen der Blase und damit die Harnentleerung aktiviert. Zum anderen werden in der Muskelwand der Blase spezielle Kanäle blockiert, über die Calcium in die Muskelzellen einströmt. Und der Calcium-Einstrom ist unerlässlich für die Anspannung des Muskels. Zusammengenommen wird damit der überschießenden Aktivität der Blase und dem unkontrollierten Zusammenziehen entgegengewirkt.

Propiverin ist unter folgenden Handelsnamen erhältlich:

  • Mictonetten®
  • Mictonorm®

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