Auf welche Weise wirkt Trospiumchlorid gegen Blasenschwäche?

Trospiumchlorid gehört zu den spannungslösenden Medikamenten („Spasmolytika“). Und außerdem zur Gruppe der sogenannten Anticholinergika.

Das wird Ihnen jetzt wahrscheinlich wenig sagen. Um den Wirkmechanismus von Trospiumchlorid zu verstehen, muss man aber leider ein wenig tiefer in die Steuerung der Blasenmuskulatur einsteigen.

Der Wirkstoff haftet an Muskarin-Rezeptoren. Die Muskarin-Rezeptoren sind Bindungsstellen des vegetativen Nervensystems, die normalerweise durch den körpereigenen Botenstoff Acetylcholin aktiviert werden. Trospiumchlorid besetzt die Andockstellen an den Rezeptoren, verdrängt also das Acetylcholin und unterdrückt somit dessen Wirkung. Daher die Bezeichnung Antimuskarinika oder Anticholinergika für diese Medikamentengruppe.

Wirkung an der Blase

An der Blase verhindert Trospiumchlorid die Anspannung der Muskelfasern an den harnaustreibenden Muskeln (Detrusor). Bei Dranginkontinenz ist das ein gewünschter Effekt, weil die harnaustreibende Muskulatur sich fälschlicherweise plötzlich anspannt – und zwar schon bevor die Blase ausreichend gefüllt ist. Diese vorzeitige Muskelanspannung führt bei nur mäßig gefüllter Harnblase zum Harndrang. Trospiumchlorid verhindert diese vorzeitige Muskelanspannung und wirkt so den Beschwerden (plötzlicher Harndrang und Dranginkontinenz) entgegen.

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Kommentare (1)
Wiederkehrende Zystitis
1 Donnerstag, den 12. Juli 2018 um 22:29 Uhr
Karin Brüning
Bekomme Procain gespritzt und Gepan instill, aber trotzdem immer wiederkehrende Harninfekte
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