Blasenschwäche: Verschweigen ist die schlechteste Behandlung

Eine Blasenschwäche ist vielen Betroffenen peinlich. Obwohl mit dem Problem sehr viele Menschen zu kämpfen haben und es sich eigentlich um ein Allerweltsleiden handelt, neigen vor allem Frauen dazu, die Inkontinenz zu verschweigen und sich mit Binden und Tampons selbst zu helfen. Das aber ist definitiv die falsche Entscheidung, wie jetzt Experten einmal mehr betonen.

Keine Scham wegen eines Alltagsleidens

Denn eine Inkontinenz ist zwar etwas ganz gewöhnliches und vor allem für Ihren Arzt sozusagen Alltagsgeschäft. Trotzdem muss sie behandelt werden. Sonst wird es eher schlimmer. Da sich die Blasenschwäche bei Frauen häufig langsam und schleichend entwickelt (im Gegensatz zum Mann, bei dem z.B. eine Prostata-Operation ganz plötzlich zu solchen Beschwerden führen kann), wird das Problem erst lange Zeit nicht ernst genommen, dann der Arztbesuch auf die lange Bank geschoben. Eben, weil es vermeintlich so peinlich ist. Ist es aber nicht, diesen Gedanken müssen sie aus Ihrem Kopf verbannen, weil er unsinnig ist.

Das Problem am zu lange Abwarten ist dabei gar nicht nur, dass sich die Blasenschwäche tendentiell eher verschlimmert. Sondern es besteht auch darin, dass sich viele Betroffene aus Schamgefühl lieber sozial zurückziehen und bestimmte Aktivitäten vermeiden (Unternehmungen mit Freunden), als Gefahr zu laufen, mit einem Malheur "entdeckt" zu werden. Und sozialer Rückzug ist nicht nur traurig, sondern trübt das Befinden nur noch mehr. Im Extremfall kann so aus einer harmlosen Blasenschwäche eine faustdicke Depression werden.

Die Empfehlung ist somit klar: Wenn Sie hin und wieder oder auch öfter unter unfreiwilligem Harnabgang leiden, überwinden Sie sich und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Das kann der Hausarzt sein, oder auch ein Urologe.

Behandlungsmöglichkeiten: Von Gymnastik über Tabletten bis zur Operation

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Blasenschwäche. Oft genügen schon einfache Übungen (Beckenbodengymnastik), um das Problem in den Griff zu bekommen. Sonst helfen Medikamente.

Häufig eingesetzte medikamentöse Wirkstoffe sind z.B.:

  • Propiverin
  • Tolterodin
  • Trospiumchlorid
  • Oxybutynin

Sie alle wirken vor allem über eine Beruhigung der Blasenwandmuskulatur und der Nervenimpulse, die den Harnabgang regulieren.

Darüber hinaus gibt es auch noch die Behandlungsmöglichkeit mit einer sogenannten Elektrostimulation. Und in einigen Fällen wird auch eine kleine Operation notwendig.


Autoren: WANC/, 25.04.06

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