Neurogene Blasenstörung: Was bringt L-Methionin?

Der Wirkstoff L-Methionin wird schon seit langem bei neurogenen Blasenstörungen eingesetzt. Er soll über eine Ansäuerung des Urins Harnwegsentzündungen und Harnsteinen vorbeugen. Eine aktuelle Analyse aller seriösen Studiendaten zu L-Methionin lässt allerdings Zweifel am Nutzen aufkommen.

Bei der neurogenen Blasenstörung ist die Steuerung der Blase durch das Nervensystem beeinträchtigt. Es kommt zu diversen unangenehmen Beschwerden wie der Unfähigkeit, spontan Wasserzulassen, aber auch zu ungewolltem Harnabgang (Inkontinenz). Außerdem kommt es häufig zu Blasenentzündungen und zur Harnsteinbildung. Insbesondere gegen die beiden letztgenannten Komplikationen soll L-Methionin helfen.

Ernüchternde Ergebnisse

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nun alle verfügbaren Daten dazu unter die Lupe genommen. Und dabei überhaupt nur eine einzige Studie gefunden, die - so wie wissenschaftlich erforderlich - den Wirkstoff im Vergleich mit einem Scheinmedikament (Plazebo) getestet hat. Und auch diese Studie hatte erkleckliche Lücken und wurde zudem von einem Hersteller von L-Methionin finanziert. Außerdem konnte sie keine eindeutigen Vorteile gegenüber Plazebo nachweisen.

Fazit des IQWiG: Nüchtern betrachtet gibt es keinen Nachweis, dass sich eine Behandlung mit diesem Medikament lohnt.

Autoren: WANC/, 12.07.10
Quelle: IQWiG, (Projekt A04-02)

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