Was sind typische Beschwerden bei Hämorrhoiden?

Typische Anzeichen für Hämorrhoiden sind:

  • Blutbeimengungen im Stuhl, Blutflecken am Toilettenpapier
    Achtung: Nur hellrotes Blut spricht für Hämorrhoiden. Dunkleres Blut hat seinen Ursprung eher weiter oben im Darm oder Magen.
  • Brennen oder wundartige Schmerzen am After, v.a. beim Stuhlgang
  • Jucken am After, v.a. nach dem Stuhlgang
  • Schleimabsonderungen (können auf dem Stuhl sichtbar werden)

Symptome bei Hämorrhoiden sind variabel

Die Beschwerden beim Hämorrhoidalleiden sind sehr unterschiedlich und nicht spezifisch für die Erkrankung. So können sämtliche oben genannte Symptome auch andere Ursachen haben.

Außerdem besteht nicht immer ein Zusammenhang zwischen Größe und Ausmaß der Gefäßpolster auf der einen und möglichen Beschwerden auf der anderen Seite. Während dem einen also schon kleine Knötchen zu schaffen machen, stören den anderen selbst große, vorgewölbte Hämorrhoiden kaum.

Und schließlich verursachen längst nicht alle Hämorrhoiden Beschwerden. Es gibt viele Menschen, die vergrößerte Hämorrhoidalknoten haben, aber davon über Jahre überhaupt nichts merken.

Blut im Stuhl: ein möglicher Hinweis auf Hämorrhoiden

Das häufigste Symptom bei krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden sind Blutungen aus dem Anus, meist verbunden mit dem Stuhlgang. Oft bemerken Betroffene rötliche Verfärbungen auf dem Toilettenpapier, wobei die Intensität der Blutung wiederum stark variieren kann. Nur sehr selten sind sie so ausgeprägt, dass es zu einer Blutarmut (Anämie) kommt.

Wie oft solche Blutungen auftreten, ist ebenfalls von Fall zu Fall verschieden. Sie können einmalig vorkommen, immer wiederkehren oder dauerhaft sein. Meist bestehen sie aber über einen längeren Zeitraum.

Farbe des Blutes nicht immer aussagekräftig

Charakteristisch für das Hämorrhoidalleiden sind hellrote Blutungen, die mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt sind. Die Farbe des Blutes ist insofern relevant, als sie dem Arzt wichtige Hinweise über mögliche andere, schwerwiegendere Probleme liefern kann. Wie bereits erwähnt spricht dunkles Blut eher für einen Ursprung im oberen Magen-Darm-Trakt und muss unbedingt weiter abgeklärt werden.

Aber Vorsicht: Weder Farbe noch Intensität der Blutung erlauben letztlich einen sicheren Rückschluss auf die zugrundeliegende Erkrankung. Sie liefern lediglich Anhaltspunkte, die den Arzt im weiteren Anamnesegespräch jedoch oft auf die richtige Fährte führen.

Nässen, Stuhlschmieren und Schmerzen

Wenn die Hämorrhoidalknoten bereits stärker vergrößert sind und sich aus dem Analkanal vorwölben, kann die Feinkontinenz beeinträchtigt sein. Das heißt, der Darminhalt kann nicht mehr vollständig zurückgehalten werden; es kommt zu Nässen, Schleimsekretion und Stuhlschmieren. Betroffene bemerken das oft an der verschmutzten Wäsche. Die Ausflüsse können wiederum die empfindliche Haut um den After herum reizen und ein Analekzem auslösen. So erklären sich weitere mögliche Beschwerden wie Juckreiz und Brennen.

Auch Schmerzen können beim Hämorrhoidalleiden auftreten. Allerdings sind es nicht die vergrößerten Gefäßpolster selbst, die wehtun, da sie in einem Bereich des Enddarms liegen, der schmerzunempfindlich ist. Kleine Schleimhautrisse, Fistelgänge, Blutgerinnsel (Thrombosen) oder Entzündungen können im Verlauf jedoch entsprechende Beschwerden hervorrufen.

Schieben Sie den Arztbesuch nicht auf

Bei gering ausgeprägten Hämorrhoiden 1. oder 2. Grades bilden sich die Beschwerden manchmal von alleine wieder zurück. In höheren Stadien nehmen sie jedoch in der Regel immer weiter zu, sofern sie nicht behandelt werden. Sie sollten daher nicht allzu lange warten, auch wenn der Gang zum Arzt womöglich schwerfällt, sei es aus Scham oder Angst vor dem, was bei der Untersuchung und Behandlung auf einen zukommt.

Aber keine Sorge, die Proktologie, die sich mit Erkrankungen des Enddarms befasst, gehört wie jedes andere Fachgebiet zum ärztlichen Studium und Wissen dazu. Wenn Ihr Hausarzt nicht weiter weiß bzw. unsicher ist, wird er Sie an einen Spezialisten (Proktologe) überweisen, der die nötigen Untersuchungen durchführt. Und auch die sind halb so wild, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig.

Warnsignal "Blut im Stuhl"

Vor allem Blutungen sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie werden zwar häufig durch Hämorrhoiden verursacht, können aber eben auch andere, zum Teil ernstere Ursachen haben. Gehen Sie daher, wenn Sie Blut im Stuhl entdecken, zur Sicherheit auf jeden Fall zum Arzt und lassen Sie das abklären.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn, Eva Bauer (Ärztin)

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