Hämorrhoiden: Welche Therapie verspricht die beste Prognose?

Das hängt vom Stadium ab. Bei leichten Formen eines Hämorrhoidalleidens können bereits kleine Veränderungen im Alltag Wunder bewirken. Sind die Gefäßknoten stärker ausgeprägt, versprechen einfache therapeutische Maßnahmen, bei denen die Gefäße verödet werden, gute Aussicht auf Erfolg. Bei ausgeprägten Formen muss meist der Chirurg ran.

Vergrößerte Hämorrhoidalknoten sind heutzutage eine Volkskrankheit, auch wenn darüber nicht gerne gesprochen wird. Gerade weil das Thema für viele relevant ist und durch das peinlich berührte Schweigen, das oft darüber gelegt wird, nur noch dringlicher wird, ist die Frage nach den Erfolgsaussichten einer Behandlung ganz entscheidend. Denn niemand möchte sich dauerhaft mit den unangenehmen Beschwerden, die die ungeliebte Erkrankung mit sich bringt, herumschlagen.

Alles dicht mit Hämorrhoiden

Zunächst einmal sind Hämorrhoiden gar nichts Krankhaftes, sondern ein von der Natur in weiser Voraussicht eingerichtetes, sehr effektives Konstrukt, um den Darmausgang sicher abzudichten.

Damit der Stuhl nur dann den Weg nach außen findet, wenn wir das auch wollen, legt sich um das Ende des Rectums (Mastdarm, der letzte Teil des Dickdarms) eine ringförmige Muskelschicht. Um auch kein Lüftchen aus Versehen durchzulassen, liegt auf den Muskeln im Inneren des Darmrohrs ein feines Gefäßpolster, das mit Blut aus einer Darmarterie aufgefüllt wird. Wenn sich die Muskeln anspannen, kann das Blut nicht mehr abfließen, und das Polster schwillt an. Die Dichtung ist jetzt perfekt.

Einfache Maßnahmen können genügen

Eigentlich eine gute Sache. Aber das Gefäßpolster kann sich unter bestimmten Umständen verselbständigen und so stark anschwellen, dass es Probleme bereitet. Das hängt in erster Linie mit unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zusammen. Viele Menschen sind von Verstopfungen geplagt und haben entsprechende Probleme beim Toilettengang. Das notwendige starke Pressen begünstigt das Hervorquellen der Hämorrhoidalknoten.

Was also tun? Wenn Sie nur hin und wieder leichte Beschwerden haben, kann es ausreichen, wenn Sie Ihre Ernährung ein klein wenig umstellen, immer wieder über den Tag verteilt Obst und Gemüse knabbern, ausreichend trinken und sich regelmäßig bewegen. Das allein kann schon genügen, um dauerhaft Ruhe in der sensiblen Region zu haben.

Kurzzeitig effektiv: die Blutzufuhr abschneiden

Sind die Beschwerden ausgeprägter und wölben sich die Gefäßpolster beim Pressen in den Analkanal vor, müssen sie in der Regel mit interventionellen Methoden angegangen werden. Hier gibt es verschiedene Verfahren, das Prinzip dabei ist aber immer dasselbe: Die Blutzufuhr wird gedrosselt, das Polster kann wieder abschwellen.

Diese Maßnahmen sind effektiv, aber nicht immer dauerhaft. Denn nicht alle zuführenden Gefäße können und sollen verriegelt werden. Schließlich soll die wichtige Funktion des Polsters ja erhalten bleiben.

Für einen nachhaltigen Erfolg müssen daher Sie selbst in Zukunft dafür sorgen, dass Sie Ihre Hämorrhoiden weniger unter Druck setzen. Das gelingt durch eine Stuhlregulierung, die den Darm anregt und den Stuhlgang so formt, wie er sein soll. (Stichwort: Ernährung und Bewegung...)

Operation: schonend oder radikal?

Wenn es schon soweit gekommen ist, dass sich die Hämorrhoidalknoten auch bei nachlassendem Druck gar nicht mehr zurückziehen, hilft in der Regel nur eine Operation. Aber auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten mit jeweils unterschiedlichen Aussichten.

Die beste Prognose hinsichtlich einer möglichen Wiederkehr des vergrößerten Gefäßpolsters ist dessen radikale Entfernung (Hämorrhoidektomie). Neben den möglichen Komplikationen, die bei diesem nicht unerheblichen Eingriff entstehen können, wird der Erfolg jedoch zu einem hohen Preis erkauft: Der gasdichte Verschluss und damit die Kontinenz sind nicht mehr vollständig gewährleistet.

Deshalb greift man heutzutage eher zu schonenderen operativen Verfahren. Bei einer sogenannten Hämorrhoidopexie werden die betroffenen Knoten ausgeschält, die Analhaut darüber sowie die restlichen Teile des Schwellkörpers jedoch nicht berührt. Dadurch bleibt die wichtige Kontinenzfunktion erhalten.

Aber – Sie werden es schon ahnen – auf die Gefahr hin, dass die Gefäßknoten sich wieder vergrößern können. Daher sind auch hier wieder Sie selbst gefragt. Die weitere Prognose hängt in erster Linie von Ihnen ab.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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