Hämorrhoiden: Oft sind es gar keine

Hämorrhoiden kennt jeder. Zumindest vom Namen her. Und deshalb glauben die meisten, die Jucken, Brennen oder kleine Blutungen am Po entwickeln, sie hätten welche. Aber nur 18% derjenigen, die mit solchen Beschwerden einen Arzt aufsuchen, haben tatsächlich Hämorrhoiden. Darauf wies jetzt Prof. Henning Rohde aus Köln in einem Fachartikel hin.

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Oft steckt ein Analekzem hinter den Beschwerden

Laut Rohde haben die meisten Menschen mit solchen Beschwerden in Wirklichkeit ein Analekzem. Das ist eine entzündliche Hautreizung rund um den After. Sie äußert sich zwar ähnlich wie Hämorrhoiden - mit Jucken, Brennen und (durch das Kratzen) mitunter auch mit Blutspuren am Toilettenpapier -, hat aber ansonsten nicht viel mit Hämorrhoiden zu tun.

Das Problem: Oft haben die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt schon mit einer "Selbsttherapie" begonnen. Zum Beispiel mit einer intensiven Afterreinigung nach dem Stuhlgang mit Feuchttüchern. Genau die sind aber bei einem Analekzem mehr schädlich als nützlich. Vor allem können sie laut Rohde Allergien auslösen.

Auch sogenannte Marisken stecken häufig hinter den vermeintlichen Hämorrhoiden. Das sind kleine Hautfalten in der Afterregion, in denen sich Stuhlreste verfangen und dann zu Reizungen und Ekzemen führen können.

Rohdes Fazit: Bevor Sie Ihre "Hämorrhoiden" selbst behandeln, sollten Sie auf jeden Fall erst einmal von einem Arzt untersuchen lassen, ob es überhaupt welche sind. Peinlich muss Ihnen das übrigens nicht sein. Für einen Arzt sind Hämorrhoiden und ähnliche Po-Beschwerden tägliches Brot und völlig normale Routine.


Autoren: WANC/ 25.10.04

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