Nahrungsergänzungsmittel: Zu viel davon erhöht das Krebsrisiko

Eigentlich sollen sie gesund sein: Beta-Karotin, Selen und Folsäure. Und eigentlich sind sie es ja auch. Das verspricht uns im übrigen die Werbung der Hersteller dieser Nährstoffe. Doch Achtung: Wer zu viel davon zu sich nimmt, tut sich nichts Gutes. Ein Übermaß kann beispielsweise die Krebsgefahr erhöhen.

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Dass wir diese Nährstoffe – manche nennen sie auch Antioxidantien oder "lebenswichtige Mineralien" – brauchen, betont auch Prof. Tim Byers vom Krebszentrum an der Universität von Colorado. Allerdings benötigen wir sie in einer bestimmten Balance, betont der Experte. Werden die Nahrungsergänzungsmittel in viel höheren Dosen als von den Herstellern empfohlen genommen, können sie sogar die Gesundheit gefährden.

Ab der dreifachen Menge wird es gefährlich

In einer Studie hat Byers die möglichen Grenzen bestimmt. Bis zu dem dreifachen der empfohlenen Tagesmengen sind sie in der Regel gefahrlos. Wer aber noch mehr davon einnimmt, erhöht damit die Gefahr, eine Krebserkrankung zu bekommen.

Byers beklagt, dass diese Nährstoffe als Lebensmittel und nicht als Medikamente gehandelt werden (nicht nur in den USA, sondern auch bei uns). Das müsse sich ändern, denn die Wirkung der Mittel sei viel komplexer – insbesondere, wenn sie in hohen Dosen verwendet werden – und ließe sich nicht auf das beschränken, was auf den Etiketten gedruckt sei. Es gebe unerforschte und unentdeckte Effekte. Hohe Dosen dieser Mittel seien in der Regel eher schlecht als gut.

Autor: Christian Sachse, 22.05.2012
Quelle: Journal of the National Cancer Institute, EurekAlert

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