Energy Drinks: Keine harmlosen Fitnessgetränke

Sie schmecken wie flüssige Gummibärchen. Sie sind beliebt, insbesondere bei Jugendlichen. Und sie stehen im Ruf, einen fit und wach zu machen. Doch die Getränke haben nichts mit einem gesunden Lebensmittel zu tun, warnt die Verbraucherzentrale Hessen. Die Inhaltsstoffe der Aufputscher können eine Gefahr für Herz und Kreislauf sein.

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Ochsengalle und Koffein

Kritiker sagen, dass Energy Drinks sich nur bedingt dazu eignen, die Leistung zu steigen. Sie werfen den Herstellern vor allem cleveres Marketing vor. Und sie warnen vor den Inhaltsstoffen: ein hoher Zuckeranteil und häufig werden noch Farbstoffe, Säuerungsmittel, Süßstoffe, Koffein, Aromen und andere fragwürdige Inhaltsstoffe wie Taurin und Guarana zugesetzt.

Neben dem vielen Zucker ist der Verbraucherzentrale vor allem das “möglicherweise gesundheitsgefährdende Taurin”, das aus Ochsengalle gewonnen wird, sowie die hohe Konzentration von Koffein suspekt. In einer Dose der Energy Drinks soll soviel Koffein wie in zwei Tassen Kaffee sein.

Nicht nur das Herz in Gefahr

Das Fazit der Kritiker: Die vermeintlichen Muntermacher können der Gesundheit schaden. Insbesondere in der Kombination mit Alkohol können sie das Herz-Kreislauf-System über Gebühr belasten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat im Jahr 2008 die möglichen Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Energy Drinks beurteilt. Das Institut verweist auf Daten, nach denen u.a. Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Nierenversagen und sogar Todesfälle nach dem Verzehr von Energy Drinks beschrieben werden. Nach wie vor sei hierbei die Frage des kausalen Zusammenhanges offen.

Noch problematischer scheint der Umgang mit sogenannten "Energy Shots". Das sind Getränke, deren Koffein- und Taurinkonzentrationen weit über denen von Energy Drinks liegen. Deshalb müssen auf ihnen auch Verzehrsempfehlungen angegeben sein, die Höchstmengen beinhalten. In Deutschland dürfen sie nur verkauft werden, weil sie als Nahrungsergänzungsmittel deklariert sind.

Die besonderen Gefahren der Energy Shots liegen nach Auffassung des Instituts darin, dass die Höchstmengen überschritten werden. Und diese Gefahr sieht das Bundesamt als groß an. Deshalb sollten Herz-Kreislauf-Kranke, Schwangere, Stillende und Kinder weder Energy Drinks noch Energy Shots konsumieren.

Autor: Christian Sachsae, 28.02.2012
Quelle: Verbraucherzentrale Hessen, Bundesamt für Risikobewertung, Berufsverband Deutscher Internisten

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