Antibiotika in pflanzlichen Lebensmitteln

In Fleisch von Schlachtvieh finden sich häufig Überbleibsel von Medikamenten, vor allem Antibiotika, die auf die Teller von Menschen wandern. Sie werden unter anderem für die steigenden Resistenzen gegen Antibiotika verantwortlich gemacht. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) hat nun geprüft, ob pharmakologisch wirksame Stoffe auch in pflanzlichen Lebensmitteln anzutreffen sind. Das beunruhigende Ergebnis lautet: Ja.

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Das BfR hat Rückstände von 22 pharmakologischen Wirkstoffen analysiert. Vor allem fanden sie dabei Antibiotika, und zwar von sieben Substanzgruppen – unter anderem Tetracycline, Sulfonamide und Chinolone. Gefunden wurden die Stoffe in Karotten, Sellerie, Radieschen, Salat, Kohl, Frühlingszwiebeln, Porree, Kartoffeln, Raps, Mais, Weizen, Gerste und Koriander.

Noch viele Fragen offen

Wie die Medikamente da hinein kommen, erklärt das BfR hauptsächlich mit der Ausscheidung von mit Medikamenten behandelten Tieren. Diese Ausscheidungen würden als Gülle und Mist auf landwirtschaftlich genutzte Flächen gelangen und vom Boden von den Pflanzen aufgenommen.

Mit der Problematik hat sich das BfR schon früher beschäftigt (Information Nr. 019/2010). Ein Expertengespräch im Februar 2010 hatte zum Ergebnis, dass man über die gesundheitlichen Folgen für den Menschen nichts sagen könne, weil nicht genügend Erkenntnisse vorlägen. Weiterer Forschungsbedarf sei angesagt. An dieser Situation hat sich nicht viel geändert. Auch heute noch, also knapp zwei Jahre später, wagt das BfR keine Prognose und verweist auf weiteren Klärungsbedarf.

Autor: Christian Sachse, 06.12.2011
Quelle: Bundesamt für Risikobewertung (BfR), Stellungnahme Nr. 051/2011

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