Grüner Tee: Wirklich ein Wundermittel?

Grüner Tee – oder besser das in ihm enthaltene EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) – soll eine medizinische Wundersubstanz sein. In weltweit rund 100 Studien hat es seine Wirkung gegen Alzheimer und Parkinson, Chorea Huntington, Multiple Sklerose, Duchenne-Muskeldystrophie, Adipositas (extremes Übergewicht), Herz-Kreislauf-Krankheiten, Arteriosklerose (Arterienverkalkung) sowie Krebs anscheinend unter Beweis gestellt. Doch Ärzte warnen nun, dass die Beweiskraft dieser Studien nicht unbedingt hoch ist.

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Warum die Forschungsergebnisse zu grünem Tee so vorsichtig bewertet werden, liegt vor allem daran, dass viele der eingesetzten Präparate kaum vergleichbar sind. So wurden in den Untersuchungen mal Teeaufgüsse, mal Kapseln mit verschiedenen Konzentraten von EGCG verwendet. Und mitunter kamen auch mit anderen Stoffen wie Koffein angereicherte Lösungen zum Einsatz. Relativ unklar ist auch, wie die Substanz freigesetzt wird und welche Dosen verabreicht werden müssen, um einen Gesundheitsschutz zu erreichen.

Eindeutig positive Effekte auf Herz, Blutzucker und Gewicht

Doch – und das ist die gute Nachricht – es existieren auch Untersuchungen, deren Verfahren und Ergebnisse als gesichert gelten. Und die belegen, dass der regelmäßige Konsum von grünem Tee oder auch Grüntee-Extrakten (GTE) durchaus die Gesundheit fördert. Demnach hat der Inhaltsstoff EGCG positive Auswirkungen auf Übergewicht, Diabetes, Entzündungen und Herzerkrankungen.

EGCG ist ein Naturstoff aus der Gruppe der Flavanoide und scheint im Körper des Menschen verschiedene Wirkungen zu entfalten: beispielsweise kurbelt er die Nierenfunktion an, hemmt Entzündungen, unterbindet gefährliche Reaktionen des Immunstystems und schützt Nervenzellen.

Autor: Christian Sachse, 28.10.2011
Quelle: Internationale Tagung „Tee und Gesundheit“, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

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