Warum führt starkes Übergewicht zu einem Vitamin-D-Mangel?

Übergewichtige haben im Schnitt weniger Vitamin D im Blut als ihre normalgewichtigen Zeitgenossen. Das haben Studien ergeben. Vitamin D ist bekanntermaßen fettlöslich und wird im Fettgewebe gespeichert. Manche Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass es dort bei Menschen mit Übergewicht mehr oder weniger "gefangengehalten" wird und nicht mehr in voller Gänze für den Körperkreislauf zur Verfügung steht.

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Kontroverse Debatte

Andere Wissenschaftler halten die Beweislage für diese Vermutung für nicht zwingend genug. Eine andere Erklärung lautet, dass durch die Erhöhung von Körpermasse ein Verdünnungseffekt für das Vitamin D zustande kommt. Gleichzeitig vergrößert sich die Hautfläche nicht in proportionaler Weise. Soll heißen: Die körpereigene Produktion von Vitamin D in der Haut reicht für die Körpermasse nicht mehr ganz aus. Die Aufrechterhaltung eines bedarfsgerechten Vitamin-D-Spiegels ist dann erschwert.

Aufgrund von genetischen Untersuchungen wird zudem vermutet, dass Menschen mit genetischer Veranlagung für Übergewicht auch ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben.

Abnehmen oder Zufuhr von außen

Die gesundheitsrelevanten Konsequenzen aus dem bisherigen Kenntnisstand lauten:

  • Durch die Korrektur eines Vitamin-D-Mangels lässt sich zwar das Übergewicht nicht wegkriegen, wohl aber der gesundheitliche Gesamtzustand fördern.
  • Umgekehrt kann das Abnehmen dabei helfen, einen bestehenden Vitamin-D-Mangel zu beheben. Die positiven Auswirkungen von mehr Vitamin D betreffen unter anderem den Kalziumstoffwechsel, die Infektabwehr und allgemein das Immunsystem, aber auch die Vorbeugung vor Krebs- und Herzerkrankungen. Und dazu kommen noch all die weiteren Vorteile des Normalgewichts.

Autor: Dr. Hubertus Glaser