Welchen Einfluss hat Vitamin D auf die Gene?

Vitamin D entfaltet seine Wirkung, in dem es die DNA im Zellkern beeinflusst. Damit verändert es zwar nicht die Gene im eigentlichen Sinn, sorgt aber über den DNA-Kontakt dafür, dass die gewünschten Eiweiße produziert werden. Nämlich solche, die den Knochen stabilisieren und das Immunsystem stärken – um nur die wichtigsten Aufgaben von Vitamin D zu nennen.

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Verwirrende Metamorphose

Das war die einfache Version der Geschichte. Schaut man sich den Wirkmechanismus genauer an, wird es richtig kompliziert und auch ziemlich verwirrend. Denn sowohl das über die Nahrung zugeführte Vitamin D als auch das vom Körper selbstproduzierte (soweit er genügend Tageslicht abbekommt) durchlaufen mehrere chemische Entwicklungsstufen, bis sie ihre eigentliche Wirkung entfalten. Das Ergebnis dieser Metamorphose ist das biologisch aktive Molekül Calcitriol. Dieses entsteht im letzten Schritt des komplexen Vitamin-D-Werdegangs vor allem in der Niere und wirkt wie ein Hormon. Denn es übt seine Effekte auch fern der Bildungsstätte aus und beeinflusst Prozesse im ganzen Körper.

Hormonartiger Wirkmechanismus

Wie Calcitriol das macht, ähnelt dem Vorgehen der Steroidhormone, also Kortison & Co. Calcitriol bindet an ein spezifisches Rezeptorprotein in der Zelle und tritt mit der DNA im Zellkern in Kontakt. Dadurch beeinflusst es die Umsetzung der Erbsubstanz in Proteine.

Dieser komplexe Wirkmechanismus führt zu vielfältigen Effekten im Körper, die von der Wissenschaft erst in groben Zügen aufgedeckt und verstanden sind. Trotz einer intensiven Vitamin-D-Forschung sind die praktischen Konsequenzen für den Umgang mit Vitamin D und seine vorbeugende Zufuhr unter heutigen Lebensbedingungen noch umstritten.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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