Wie viel Vitamin D nehmen wir normalerweise pro Tag auf?

Unsere tägliche Vitamin-Dosis erhalten wir über die körpereigene Herstellung (unter Einfluss von Sonnen- bzw. Tageslicht) und über die Nahrung. Die individuelle Menge ist von vielen Faktoren abhängig. Etwa vom Breitengrad unseres Wohnorts, von unserem Hauttyp, von der Jahreszeit, von unserem Freiluftverhalten und von weiteren Variablen.

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Das ist wohl auch ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung recht umständlich zum Bedarf an Vitamin D äußert. Sie spricht nicht mehr wie früher von klaren Zufuhrempfehlungen. Sondern von "Schätzwerten für die zu empfehlende tägliche Aufnahmemenge, die auf der Annahme einer fehlenden körpereigenen Bildung von Vitamin D beruht". Alles klar?

Studienwert: 3.300 IE pro Tag

Das möchte man gerne etwas griffiger haben, um die empfohlene Zufuhr von 800 IE (20 µg) pro Tag größenordnungsmäßig besser einordnen zu können. In einer amerikanischen Untersuchung mit mehreren tausend Menschen wurde eine tägliche Aufnahme von durchschnittlich etwa 3.300 IE (82,5 µg) ausgemacht – ohne Ergänzungsmittel.

Als Obergrenze für die körpereigene Produktion werden in der Fachliteratur übrigens Werte bis zu 20.000 IE genannt. Dabei hat die Regulation des Vitamin-D-Spiegels im Blut offensichtlich eine hohe Pufferkapazität. Außerdem ist das im Blut zirkulierende 25-OH-Hydroxy-Vitamin-D3 (Calcidiol) nicht die biologisch aktive Form. Als diese fungiert vielmehr das 1α,25-OH-Vitamin-D3 (Calcitriol), das vor allem in der Niere, offenbar aber auch in anderen Geweben und Körperzellen gebildet wird – sogar in der Prostata.

Die Erkenntnisse auf dem weiten Feld der Vitamin-D-Forschung sprechen jedenfalls zunehmend für eine weitaus größere Gefahr der Unterversorgung unter heutigen Lebensbedingungen als der Überdosierung, wenn man zusätzlich Vitamin-Pillen einnimmt.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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