Vitamin B9 (Folsäure): Wofür ist es wichtig, wie erkennt man einen Mangel?

Wofür braucht der Körper Vitamin B9 (Folsäure)?

Vitamin B9 oder auch Folsäure (seltener Vitamin B11 oder Vitamin M genannt) ist an der Zellteilung und der Neubildung von Zellen beteiligt. Damit spielt es eine wesentliche Rolle im gesamten Zellstoffwechsel und ist vor allem für die Blutbildung (für die Herstellung der roten und weißen Blutkörperchen) sowie für die Produktion der Blutplättchen - die für den Wundverschluss notwendig sind - unentbehrlich. Zudem ist das Vitamin wichtig für die Herstellung der Erbsubstanz (DNS-Synthese) und den Proteinstoffwechsel.

Weitere wichtige Funktionen von Folsäure:

  • hilft gemeinsam mit dem Vitamin B12, das schädliche Homocystein abzubauen, das möglicherweise an der Entstehung zahlreicher Krankheiten (wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Altersdemenz) beteiligt ist

  • sehr wichtig in den ersten Schwangerschaftswochen für die gesunde Entwicklung des Fötus

Tagesbedarf an Vitamin B9

Da der menschliche Körper Folsäure nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Ernährungsexperten empfehlen die tägliche Zufuhr von 300 Mikrogramm Folsäure für Erwachsene und Kinder ab 13 Jahren. Es wird angenommen, dass auch die folsäurebildenden Darmbakterien einen Teil des Tagesbedarfs decken können, allerdings konnte noch nicht eindeutig festgestellt werden, in welchen Mengen der Körper diese aufnehmen kann.

Größere Mengen an Folsäure befinden sich vor allem in grünem Blattgemüse (wie Spinat) - daher auch der Name Folsäure, der sich aus dem lateinischen Begriff „folium“ (= Blatt) ableitet. Aber auch Hülsenfrüchte, Weizenkleie, Vollkornprodukte, Eigelb und Leber zählen zu wertvollen Folsäure-Lieferanten.

Welche Symptome hat man bei Mangel an Vitamin B9 (Folsäure)?

Da Folsäure wesentlich an der Bildung der roten und weißen Blutkörperchen beteiligt ist, kann ein Mangel zu Blutarmut (Anämie) führen. Zudem kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen wie zum Beispiel:

  • Haarausfall

  • Hautprobleme

  • depressive Verstimmungen

  • Schleimhautentzündungen

  • Magen-Darm-Probleme wegen Schleimhautschädigung, z.B.

    • Durchfall

    • Erbrechen

    • Übelkeit

Bedeutsam insbesondere in der Schwangerschaft

Besonders gefährlich kann sich ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft auswirken, da das Vitamin für eine gesunde Entwicklung des Embryos sehr wichtig ist. Eine Unterversorgung mit Folsäure kann bereits ab der ersten Schwangerschaftswoche zu Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte: „offener Rücken“) des Kindes führen. Zudem besteht die Gefahr einer Entwicklungsstörung des Nervensystems.

Durch eine Unterversorgung mit Folsäure kann außerdem der Homocystein-Gehalt im Blut steigen. Homocystein ist ein körpereigener Stoff (Aminosäure), der als Zwischenprodukt im menschlichen Eiweißstoffwechsel entsteht und giftig (gefäßschädigend) auf die Zellen wirkt. Ein zu hoher Homocystein-Spiegel gilt für manche Experten als Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten (wie Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz), andere halten das vor allem für eine verkaufsfördernde Marketing-Meldung und streiten diese These ab.

Versorgung mit Folsäure häufig unzureichend

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene einen Tagesbedarf von etwa 400 Mikrogramm. Diese Menge wird in Deutschland von vielen Menschen oft nicht erreicht, sodass ein Mangel an Folsäure relativ häufig ist. Der Grund dafür ist meist eine einseitige, gemüsearme Ernährung (Folsäure kommt vor allem in grünem Blattgemüse sowie Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vor).

Aber auch Darmerkrankungen, Alkoholmissbrauch oder die Einnahme bestimmter Arzneimittel (z.B. Epilepsie-Medikamente) können den Bedarf des Vitamins erhöhen und eine Unterversorgung begünstigen. Zudem kann während der Zubereitung von Nahrungsmitteln sehr viel Folsäure verloren gehen, da das Vitamin sehr anfällig gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff ist. Aufgrund seiner wasserlöslichen Eigenschaften wird es außerdem leicht ausgewaschen (oder geht beim Kochen ins Kochwasser über).

Autorin: Nina Peterz

 

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