Vitamin B3: Wofür ist es wichtig, wie erkennt man einen Mangel?

Wofür braucht der Körper Vitamin B3 (Niacin)?

In der Nahrung liegt Vitamin B3 (Niacin) in zwei verschiedenen Formen vor: als Nicotinsäure und Nicotinamid. Im Körper können diese beiden Formen ineinander umgebaut werden und dienen zusammen mit anderen Substanzen als Co-Enzyme (Hilfsmolekül). Als solche regulieren sie zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper, wie den Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel.

Weitere wichtige Funktionen von Vitamin B3:

  • trägt wesentlich zur Energiegewinnung bei;
  • regelt den Feuchtigkeitsgehalt der Haut;
  • wichtige Bedeutung im Fettstoffwechsel, indem es das „schlechte“ LDL-Cholesterin senkt und das „gute“ HDL-Cholesterin erhöht; aus diesem Grund wird Niacin auch als natürlicher Cholesterinsenker zur Behandlung zu hoher Blutfettwerte verwendet;
  • beteiligt an der Bildung (Synthese) von Botenstoffen (sog. Neurotransmittern = Überträger von Nervenreizen) im Gehirn; beeinflusst dadurch die Stimmungslage sowie die Merk- und Konzentrationsfähigkeit;
  • wichtig für die Regeneration von Muskeln und Nerven;
  • trägt zur Reparatur von Schäden an der Erbsubstanz bei.

Wie viel Vitamin B3 benötigt man

Der Körper kann Vitamin B3 nur über einen begrenzten Zeitraum (ca. zwei bis sechs Wochen) hinweg speichern. Es muss daher regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden.

Vitamin B3 ist in vielen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Zudem kann es der Körper aus der Aminosäure Tryptophan zu einem kleinen Teil selbst herstellen. Um den Bedarf des Körpers zu decken, ist es aber unerlässlich, Niacin regelmäßig mit der Nahrung aufzunehmen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die tägliche Zufuhr von etwa 12-15 Milligramm Niacin für Erwachsene. Dieser Bedarf lässt sich in der Regel problemlos über die „normale“ Ernährung decken. Eine ernährungsbedingte Unterversorgung mit Niacin kommt in Deutschland nur sehr selten vor.

Welche Symptome hat man bei Mangel an Vitamin B3?

Ein Mangel an Vitamin B3 kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Hautveränderungen (raue, schuppige oder auch überpigmentierte Haut)
  • Magen-Darm-Beschwerden (Durchfall, Erbrechen, Übelkeit oder Verstopfung)
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Gedächtnisstörungen (bis hin zur Demenz)
  • psychische Veränderungen (Verwirrtheit, Depressionen)
  • Schlaflosigkeit
  • Schwindelanfälle
  • Sehstörungen
  • Pellagra (bei schwerem Vitamin-B3-Mangel).

Hierzulande selten ein Problem

Ein Niacin-Mangel kommt in Deutschland nur sehr selten vor. Außerdem verursacht ein leichter Vitamin-B3-Mangel meist keine typischen Beschwerden. Kommt es hingegen zu einer ausgeprägten Unterversorgung, kann die Krankheit Pellagra (= raue Haut) ausbrechen. Die Erkrankung wird meist durch eine dauerhaft einseitige und Niacin-arme Ernährung ausgelöst. Das ist auch der Grund dafür, wieso sie hauptsächlich in Ländern ausbricht, in denen Mangelernährung herrscht und sich die Bevölkerung vorwiegend von Mais und Hirseprodukten ernährt.

Ein akuter Niacin-Mangel ist lebensgefährlich und kann sich durch folgende Symptome äußern:

  • Dermatitis (Entzündung der Haut)
  • Diarrhoe (Durchfall)
  • Demenz

Autorin: Nina Peterz

 

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