Karotin, Milchsäure, Ballaststoffe: Was sind bioaktive Substanzen?

Bioaktive Substanzen sind gesundheitsfördernde Wirkstoffe in Lebensmitteln ohne Nährstoffcharakter. Sie liefern also weder Energie noch Baustoffe für den Körper. Im Unterschied zu Vitaminen und Mineralstoffen sind sie für uns auch nicht lebensnotwendig. Dennoch üben sie, vor allem längerfristig, einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit aus.

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Zu den bioaktiven Substanzen zählen:

  • Ballaststoffe: Kohlgemüse, Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen und Erbsen)
  • Karotin, Carotinoide: rotes und gelbes Gemüse, z.B. Tomaten, Möhren, Paprika, Kürbis, Melone
  • Chlorophyll: grünes Gemüse
  • Glucosinolate: Kohlgemüse, Radieschen, Rettich
  • Milchsäure bzw. Inhaltsstoffe aus milchsauer vergorenen Erzeugnissen: z.B. Sauerkraut und Joghurt
  • Phytinsäure: Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen und Erbsen)
  • Polyphenole: in Fruchtschale, Rinde oder Blättern verschiedener Pflanzen
  • Phytoöstrogene (ähnliche Wirkung wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen): Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen
  • Protease-Inhibitoren: Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen
  • Saponine: Spargel, Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen und Erbsen), Amaranth
  • Sulfide: Knoblauch, Zwiebeln, Schalotten, Porree

Soll man mit Produkten aus der Apotheke nachhelfen?

Die bioaktiven Substanzen finden ein zunehmendes Interesse in der Wissenschaft – und im kommerziellen Handel. Entsprechende Nahrungsergänzungsmittel gehören in vielen Apotheken zu den Verkaufsschlagern. Das bedeutet nicht, dass diese Produkte alle schlecht oder überflüssig sind. Aber Sie sollten schon darauf achten, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Das weiß auch der Apotheker. Wenn allzu verheißungsvolle Effekte versprochen werden, ist immer auch ein wenig Vorsicht angebracht.

Unstrittig ist, dass bioaktive Substanzen in einer gesunden, abwechslungsreichen und vollwertigen Ernährung enthalten sind und sich hier auch positiv auswirken. Die Sinnhaftigkeit einer gezielten zusätzlichen Aufnahme hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem vom individuellen Versorgungsstatus und von der Qualität, der Zusammensetzung und dem Wirkstoffgehalt des Produkts.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn