Welche Risiken hat die Strahlentherapie gegen Gebärmutterkörperkrebs?

Die Strahlentherapie tötet nicht nur die Krebszellen in der Gebärmutter. Sie schädigt auch gesunde Zellen mit hoher Teilungsrate, vor allem in den Schleimhäuten. Deshalb kann es nach der Bestrahlung vor allem im Blasen-, Darm- und Scheidenbereich zu erhöhter Empfindlichkeit und Entzündungserscheinungen kommen.

Die Beschwerden klingen meist nach einigen Wochen wieder ab und können bei Bedarf medikamentös gelindert werden.

Typische Strahlenfolge: Anschwellen der Beine

Zu den häufiger beobachteten Strahlenschäden zählen zudem Lymphödeme. Dabei kommt es durch Anstauung von Gewebeflüssigkeit zum Anschwellen der Beine. Durch geeignete Maßnahmen lässt sich das Problem in den Griff kriegen und auch Vorbeugung betreiben.

Die sonst beim Bestrahlen gefürchteten Risiken einer Fruchtbarkeitsschädigung bestehen beim Gebärmutterkörperkrebs insoweit nicht, als in der Regel die inneren Geschlechtsorgane ohnehin entnommen werden. Sollten die Eierstöcke ausnahmsweise nicht entfernt worden sein, könnte die Strahlentherapie ihre Funktion beeinträchtigen und damit für Wechseljahresbeschwerden sorgen.

Ob und wie stark Beschwerden im Anschluss an die Strahlenbehandlung auftreten, hängt von ihrem Umfang ab und vom Ausmaß der anderen Behandlungsmaßnahmen wie Operation und Chemotherapie. In weniger weit fortgeschrittenen Krebsstadien reicht möglicherweise die Kurzdistanzstrahlung von innen, die örtlich begrenzt ist und das umliegende Gewebe schont.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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