Gibt es auch einen Abstrich für Gebärmutterkörperkrebs und Eierstockkrebs?

Nein, leider noch nicht. Im Gegensatz zum Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen, die mit einem Abstrich (PAP-Test) zuverlässig und frühzeitig erfasst werden können, fehlt eine solche Früherkennungsmaßnahme noch für bösartige Tumore, die im Gebärmutterkörper und in den Eierstöcken auftreten.

Ein solches Screening-Verfahren ist aber bereits in der Entwicklung, mit vielversprechenden Ergebnissen bisher vor allem für den Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom). Beim sogenannten PapGene-Test wird ein Abstrich von Schleimhautzellen aus dem Gebärmutterhals wie beim PAP-Verfahren mit einer Genuntersuchung der Zellen auf zwölf krebstypische Mutationen kombiniert.

Vielversprechende Entwicklung: PapGene-Test

Das Problem besteht in der Erfolgsquote bei der Erkennung einer Krebsentwicklung, die als Sensitivität bezeichnet wird. Die Sensitivität gibt den Prozentsatz an, wie viele vorhandene Tumoren mit einer Untersuchung tatsächlich entdeckt werden. In den bisherigen Studien mit kleinen Fallzahlen ist sie mit 100% beim Gebärmutterkörperkrebs wunschgemäß hoch, beim Eierstockkrebs aber mit nur 40% zu niedrig. Dabei ist gerade dessen Früherkennung so wichtig, da sich seine Symptome meist erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar machen. Anders als beim Gebärmutterkrebs, der durch eine Blutung nach den Wechseljahren in der Regel frühzeitig auffällt und dann mit sehr guten Heilungschancen behandelt werden kann.

Gibt es gesetzliche Früherkennungsuntersuchungen für Gebärmutterkörper- und Eierstockkrebs?

Nein, im Gegensatz zum Gebärmutterhalskrebs werden bösartige Tumoren des Gebärmutterkörpers und der Eierstöcke nicht vom gesetzlichen Früherkennungsprogramm abgedeckt. Die Kosten für eine vorsorgende Ultraschalluntersuchung des Bauchraums oder der Eierstöcke werden deshalb nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Zum Standard der frauenärztlichen Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gehört aber immer auch das Abtasten der gesamten Gebärmutter und der Eierstöcke, um etwaige auffällige Veränderungen zu erfassen.

Mehr zum Eierstockkrebs lesen Sie hier

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Anzeigen