Gallensteine: Wann ist die ESWL (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) sinnvoll?

Bei der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie werden die Gallensteine von außen mit gebündelten Schallwellen „beschossen“. Es ist bei dieser Behandlungsmethode also kein Hautschnitt erforderlich, es muss nicht einmal ein Schlauch eingeführt werden, wie bei der ERCP (endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikographie) oder der ISWL (intrakorporale Lithotripsie), bei der die Zerkleinerung großer Steine endoskopisch mittels einer Sonde erfolgt.

Keine Narkose notwendig

Die ESWL ist eine Option, wenn die Gallensteine für eine Entfernung mittels ERCP zu groß sind. Zur Zertrümmerung der Gallensteine wird ein Sender auf die Haut aufgelegt, der kurzgepulste Schallwellen erzeugt, die dann über der betroffenen Stelle gebündelt werden. Bei modernen Geräten zur ESWL erfolgt das Auffinden der Steine mittels Ultraschall (Sonographie) oder unter Durchleuchtung mit Hilfe von Röntgenkameras.

Die Behandlung erfolgt unter Gabe eines leichten Schmerzmittels, es wird keine Narkose benötigt. Die ESWL kann ambulant durchgeführt werden, nur in manchen Fällen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt nötig.

Die zertrümmerten Steine werden anschließend auf natürlichem Weg ausgeschieden, so zumindest lautet das Ziel der Behandlung. Gelingt ein Stein-Abgang über den Darm nicht, weil einzelne Teile immer noch zu groß sind, können die zertrümmerten Steine mittels ERCP entfernt werden.

Nachteile und Beschränkungen der ESWL

  • Ein Nachteil der Methode ist, dass es häufiger zu Rückfällen kommt.
  • ADie ESWL ist "nur" in etwa 80% der Fälle erfolgreich.
  • Bei Aufsuchen der Steine mittels Röntgen kann es zu kurzfristiger Strahlenbelastung kommen.
  • Bei ausgeprägtem Übergewicht kann die ESWL meist nicht angewendet werden.

Autorin: Dr. Kerstin Reider

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