Muckis statt Potenz: Anabolika-Missbrauch Ursache für Mangel an Testosteron

HantelWas bringen die prallsten Muskelpakete, wenn es im Bett nicht mehr klappt? Diese Frage sollten sich Männer genau überlegen, bevor sie beim Fitnesstraining auf die Muskel-aufbauende Wirkung von Anabolika setzen. Das legt eine aktuelle Studie des Baylor College of Medicine in Huston/USA nahe. Die Wissenschaftler um Robert Coward haben einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Anabolika und einem Testosteronmangel bei Männern festgestellt, der zu Impotenz führen kann.

Den US-amerikanischen Urologen war aufgefallen, dass zunehmend bereits junge Männer unter 45 Jahren an einem deutlichen Mangel an dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron leiden. Um die Ursache hierfür zu ergründen, verschickten die Wissenschaftler anonyme Fragebögen an 382 Patienten, die in der Klinik wegen ihres Testosteronmangels behandelt wurden.

Ergebnis: 21 Prozent der Befragten gaben zu, Anabolika genutzt zu haben – je jünger die Männer waren, desto höher war der Anteil der Anabolika-Konsumenten. Langzeitschäden fürchten die Wissenschaftler um Coward nicht. Wer mit der Einnahme aufhöre, habe gute Chancen, dass sich der Testosteronwert wieder normalisiere. Urologie-Professorin Sabine Kliesch sieht das anders: „Ob die eigene Hormonproduktion wieder einsetzt, hängt im Einzelfall von den verwendeten Substanzen ab“, warnt die Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Urologie.   

Autorin: Cornelia Weber
Patienten Journal Reise & Gesundheit 1/2014
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie

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