Wie funktioniert eine Penis-Prothese gegen Erektionsstörungen?

Eine Penis-Prothese gegen Potenzprobleme gibt es nicht. Mit diesem Ausdruck ist vielmehr ein sogenanntes Schwellkörper-Implantat gemeint.  Das ist ein Kunststoffzylinder, der in den Penis eingepflanzt wird und ihn bei Bedarf "steif machen" kann. Es handelt sich um ein Behandlungsverfahren gegen Erektionsstörungen, das nur in Betracht kommt, wenn alle anderen, weniger invasiven Methoden (Medikamente, Vakuumpumpe, etc.) nicht zum Erfolg geführt haben.

Modelle zum Biegen und Aufpumpen

Es gibt bei der Schwellkörper-Implantation zwei verschiedene Varianten:

  • Biegsame Implantate:
    Die Implantate sind in gewisser Weise "dauersteif". Sie werden vor dem Geschlechtsverkehr hochgebogen, so dass der Penis in eine aufrechte, erigierte Position kommt. Der Nachteil ist, dass auch in der Normalposition des Implantats der Penis genauso groß und steif ist, nur eben nach unten gebogen. Das kann aber durchaus unangenehm sein, weil man die Vergrößerung unter engen Hosen sieht.
  • Aufpumpbare Implantate:
    Die Implantate belassen den Penis in seiner natürlichen Form. Vor dem Geschlechtsverkehr kann man sie mit ein paar Handgriffen aufpumpen. Dafür wurde bei der Operation eine kleine Pumpe in den Hodensack gepflanzt, und ein Flüssigkeitsspeicher in den Bauchraum. Klingt kompliziert, ist es auch (v.a. für den Operateur und beim Aufbau, Krankenhausaufenthalt von 1 Woche notwendig), dafür hat die Anwendung in der Praxis viele Vorteile, weil man die Erektion wirklich nur dann hat, wenn man sie haben will.

In beiden Fällen werden die körpereigenen Schwellkörper im Penis entfernt. Das ist nicht mehr rückgängig zu machen. Die natürliche Fähigkeit zur Erektion geht also für immer verloren. Insofern handelt es sich hier wirklich um ein Behandlungsverfahren, das nur in Ausnahmefällen in Betracht kommt und dessen Anwendung wohlüberlegt sein sollte. Der Operateur sollte in jedem Fall über ausreichende Erfahrung verfügen.

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Kommentare (2)
Hydraulische Penisprothese
1 Sonntag, den 08. April 2018 um 12:50 Uhr
Erwin
Also, bei der Implantation einer Penisprothese bzw. der Zylinder werden die Schwellkörper nicht entfernt, sondern nur verdrängt. Eine hydraulische Penisprothese ist auch nicht ewig haltbar, sondern ggf. etwa zwischen 10- bis maximal 14 Jahre. Durch Verschleiß der Materialien oder technisches Versagen, muss dann die Penisprothese ausgetauscht werden. Entweder bekommen die Zylinder ein Leck, ďie Pumpe ist defekt oder das Reservoir ist undicht.
Hydraulische Penis-Prothese
2 Donnerstag, den 14. Juni 2018 um 15:31 Uhr
Klaus
Die Penisschwellkörper werden nicht entfernt, sondern nur verdrängt. Manchmal aber bleibt auch eine Resterektion nach der Implantation erhalten. Zur Lebensdauer einer Penisprothese sei gesagt, dass diese in der Regel bei 10 - 12 Jahren liegt. Durch technische Defekte ist sie dann nicht mehr funktionsfähig. Also, wie schon beschrieben, durch Materialverschleiß und Undichtigkeit.
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