Welche Depressions-Mittel können zu Potenzproblemen führen?

Praktisch alle. Natürlich längst nicht immer, aber in manchen Fällen. Das kann sich in Potenzstörungen oder auch in einem Libidoverlust äußern. Da aber auch die Depression selbst auf die sexuelle Lust schlagen kann (und das auch häufig tut), ist es nicht ganz einfach, bei auftretenden Erektionsstörungen zwischen Erkrankung und Medikamenten als Ursache zu unterscheiden.

Wenn das passiert, setzen Sie die Medikamente nicht einfach ab, damit riskieren Sie zu viel. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, für ihn ist das ein ganz alltägliches Problem. Manchmal hilft dann ein zusätzliches Medikament oder auch ein Medikamentenwechsel.

Nur wenige Medikamente haben eine weiße Weste

Apropos Medikamentenwechsel: Es gibt fast keine Antidepressiva, bei denen Probleme mit sexueller Lust und Erektion nicht beschrieben wären. In unterschiedlicher Häufigkeit. Daraus den Schluss zu ziehen, dass ein Wechsel nicht bringt, wäre aber falsch. Denn erstens kann im individuellen Fall das eine Mittel solche Probleme verursachen und das andere nicht. Bei einem zweiten Betroffenen kann es andersherum sein.

Zweitens gibt es auch ein paar wenige Antidepressiva, die völlig frei von dieser Nebenwirkung sind. Zumindest laut Studienlage. Dies sind:

  • Agomelatin (Valdoxan®)
  • Bupropion (Elontril®)
  • Mirtazapin (Remergil® und viele weitere Mirtazapin-Präparate)
  • Moclobemid (Aurorix® und viele weitere Moclobemid-Präparate)


Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Depression finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Depression

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