Welche blutdrucksenkenden Medikamente können Erektionsstörungen verursachen?

In einigen Fällen kann es bei Behandlung mit Blutdrucksenkern zu Erektionsstörungen, Impotenz oder Libidoverlust kommen. Das ist zwar die Ausnahme, aber es ist trotzdem wichtig, davon zu wissen, um im Zweifel eine mögliche Ursache der Probleme zu erkennen.

Die Liste der blutdrucksenkenden Wirkstoffe, bei denen solche Nebenwirkungen beschrieben wurden, ist lang, und wir können keine Vollständigkeit garantieren.

Betablocker

  • Atenolol
  • Bisoprolol
  • Carvedilol
  • Metoprolol
  • Nebivolol
  • Pindolol
  • Propranolol

ACE-Hemmer

  • Captopril
  • Enalapril
  • Fosinopril
  • Lisinopril
  • Ramipril

Diuretika (Entwässerungsmittel)

  • Amilorid
  • Clopamid
  • Hydrochlorothiazid
  • Spironolacton

Kalziumblocker

  • Amlodipin
  • Diltiazem
  • Verapamil

Weitere Blutdrucksenker

  • Clonidin
  • Reserpin

Dies ist allerdings kein Grund, diese Medikamente nicht weiter einzunehmen. Zumindest nicht ohne Gespräch mit dem Arzt und der Suche nach einer geeigneten Alternative. Denn erstens ist der Schutz von Herz und Gefäßen im Zweifel sehr viel wichtiger, zweitens sind Schwierigkeiten mit der Erektion auch unter weiterer blutdrucksenkender Therapie behandelbar.

Sollte ein solches Problem auftauchen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt ganz offen darüber. Das ist etwas ganz Normales und muss Ihnen nicht peinlich sein. Und man kann etwas dagegen tun. Nimmt der Arzt Sie allerdings nicht ernst mit diesem Problem oder wiegelt nur ab ("Das wird schon wieder"), dann sollten Sie ernsthaft über einen Arztwechsel nachdenken.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Weitere Fragen und Antworten zu Bluthochdruck finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Herz_Gefaesse

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