Darf man Viagra oder ähnliche Potenzpillen einnehmen, wenn man herzkrank ist?

In den meisten Fällen ja. Nur wenn man aufgrund seiner Herzerkrankung in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt ist, sind diese Mittel verboten. Das gilt auch, wenn man zur Behandlung seiner Herzkrankheit sogenannte Nitrat-Tabletten oder Medikamente mit dem Wirkstoff Molsidomin einnimmt. Diese Einschränkungen gelten nicht nur für Viagra®: (Sildenafil), sondern auch für ähnliche Mittel wie z.B. Cialis® und Levitra®.

Zum Hintergrund: In den Anfangsjahren von Viagra® sorgten Meldungen über vereinzelte Todesfälle bei herzkranken Männern für Aufsehen. Sie wurden zurückgeführt auf die gefäßerweiternde Wirkung von Viagra®. Die kann zu einem Blutdruckabfall führen, was in Extremsituationen oder bei Einnahme weiterer gefäßerweiternder Medikamente tatsächlich gefährlich werden kann.

Im Zweifel kann man Risiko testen

Inzwischen weiß man, dass dieses Risiko bei Ausschluss der oben genannten Einschränkungen nicht besteht. Zumindest ist es nicht höher als es auch sonst wäre, wenn man sich in höherem Alter beim Sex körperlich etwas über Gebühr verausgabt. Wobei die Anstrengung beim Sex auch meist überschätzt wird. Die wenigsten kommen dabei mehr ins Schwitzen als nach dem Treppensteigen in den zweiten Stock.

Trotzdem besteht Grund zur Vorsicht, wenn man an Herzproblemen leidet. Sprechen Sie zur Sicherheit auf jeden Fall auch mit Ihrem Arzt darüber. Im Zweifel kann man mit einem Belastungs-EKG für Klarheit sorgen – einmal ohne das Medikament, und einmal mit dem Potenzmittel im Blut.

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