Was für ein Epilepsie-Medikament ist Levetiracetam (Keppra®)?

Wie bei einigen anderen Epilepsie-Medikamenten auch ist bei Levetiracetam (Keppra®) nicht so ganz klar, auf welche Weise es eigentlich wirkt. Vermutet wird, dass Levetiracetam die Ausschüttung des Botenstoffs GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) im Gehirn ankurbelt und auf diese Weise die Übererregbarkeit der Nervenzellen vermindert. Wie es auch sei, das Mittel kann nachweislich die Neigung zu Krampfanfällen unterdrücken.

Chemisch handelt es sich übrigens um einen Abkömmling von Piracetam. Das ist ein Mittel gegen Demenz. Da Levetiracetam nicht oder kaum in der Leber verstoffwechselt wird, kann es auch gut mit anderen Antiepileptika kombiniert werden, ohne dass sich deren Wirkung gegenseitig behindert.

Levetiracetam (Keppra®) ist zugelassen

  • zur alleinigen Behandlung bzw. Vorbeugung fokaler epileptischer Anfälle (das aber nur ab einem Alter von 16 Jahren)
  • bei Kindern nur als zusätzliches Mittel, also nicht solitär
  • zur Behandlung der juvenilen myoklonischen Epilepsie (Janz-Syndrom) ab einem Alter von 12 Jahren
  • als zusätzliches Mittel bei idiopathischer generalisierter Epilepsie (generalisierte tonisch-klonische Anfälle)

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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