Was für ein Epilepsie-Medikament ist Lacosamid (Vimpat®)?

Lacosamid (Vimpat®) ist insofern ein Sonderling unter den Epilepsie-Medikamenten, als noch gar nicht geklärt ist, auf welche Weise es überhaupt wirkt. Ursprünglich als Mittel gegen Nervenschädigungen bei Diabetes entwickelt (dafür aber nicht zugelassen), entdeckte man eher zufällig, dass Lacosamid krampflösende Effekte hat.

Vermutet wird, dass Lacosamid die Übererregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn senkt, und zwar möglicherweise durch einen Einfluss auf die sogenannten Natriumkanäle. Das sind keine Kanäle im klassischen Sinne, sondern eher molekular gesteuerte Transportwege zwischen Nervenzellen und ihrer Umgebung.

Vimpat® ist seit 2008 auf dem Markt und bisher als ergänzende Therapie bei fokalen epileptischen Anfällen zugelassen. Allerdings erst ab einem Alter von 16 Jahren, für Kinder kommt das Präparat also nicht in Betracht.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (2)
Epilepsie
2 Donnerstag, den 15. Dezember 2016 um 21:38 Uhr
Wolfhard Goldbach
Die hier genannten Medikamente wirken meiner Ansicht nach hemmend in der Epilepsie aber auch im denken. Dies wird gehemmt.
Vimpat
1 Freitag, den 16. September 2016 um 11:15 Uhr
Vater
Hallo,
Mein Sohn (6 Monate alt) leidet seit Geburt an einem seltenen Gendefekt, weswegen er seit dem ersten Tag der Geburt bis zu 50 epileptische Anfälle hatte. Bei ihm haben kaum Medikamente geholfen wie z.B. Topiramat, Fenobarbital. Erst beim Einsatz von Vimpat haben die Krämpfe aufgehört. Seitdem nimmt er lediglich diese und ist dadurch anfallsfrei. Was die Auswirkungen auf seine Entwicklung angeht, lässt sich noch nichts sagen und wird sich erst in Zukunft zeigen.
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