Babynahrung

Babynahrung oder Säuglingsnahrung ist der Oberbegriff für alle Lebensmittel, die für die Ernährung von Säuglingen besonders geeignet sind. Die natürliche Anfangsnahrung ist Muttermilch, die optimal den Bedürfnissen des Säuglings entspricht. Die industriell hergestellte Babyfertignahrung wird unterteilt in Säuglingsanfangsnahrung, Folgenahrung und Beikost.

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Beikost besteht in der Regel aus schwach gewürztem Obst- oder Gemüsebrei, teils auch aus püriertem Fleisch und kann auch selbst hergestellt werden. Mit etwa zwölf Monaten können Kleinkinder allmählich an Erwachsenenkost gewöhnt werden.

Die Vorstellungen darüber, welche Nahrung für Säuglinge geeignet ist, sind kulturell beeinflusst, nicht universell in allen Kulturen gleich und auch keine historische Konstante. Die Erkenntnisse der modernen Medizin sind nur ein Faktor, der erst in der jüngsten Vergangenheit in Industrieländern die wesentliche Rolle bei der Nahrungsauswahl spielt.

So bestand in der Frühzeit der Menschheit Babynahrung neben Muttermilch aus vorgekauter geeigneter Erwachsenennahrung. Auch das Säugen durch Ammen war bereits vor Jahrtausenden bekannt. Seit dem Mittelalter galten in Europa vor allem Mehlbrei und Brotsuppe als optimale Säuglingskost. Obst, Gemüse und Fleisch wurden erst im 19. Jahrhundert als geeignete Beikost angesehen. Zu dieser Zeit kam auch die erste industriell hergestellte Babynahrung auf den Markt.

Wenn der Säugling noch teilweise gestillt und Säuglingsfertigmilch zugefüttert wird, spricht man auch von Zwiemilchernährung.

Marktführer bei Babyfertignahrung sind in Deutschland Hipp, Humana, Milupa und Nestlé. Der Gesamtumsatz mit Lebensmitteln für Säuglinge beträgt rund 600 Mill. Euro. Davon entfällt etwa die Hälfte auf Babykost in Gläsern und rund ein Drittel auf Säuglingsmilchnahrung.

Grundsätzliches

Der Energiebedarf von Säuglingen ist auf Grund des Wachstums mit etwa 90 kcal (377 kJ) pro Kilogramm Körpergewicht zwei- bis dreimal höher als bei Erwachsenen. Damit dieser Bedarf gedeckt wird, muss der Fettanteil der Nahrung 35 bis 50 Prozent betragen, der Kohlenhydratanteil nur etwa 45 Prozent. Auch der Eiweißbedarf ist relativ höher als bei Erwachsenen und liegt bis zum Alter von zwei Monaten täglich bei 2,0 bis 2,7 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, danach bei 1,1 bis 1,5 Gramm (Erwachsene: 0,8 g). Der Flüssigkeitsbedarf ist ebenfalls größer, weil die Nieren noch nicht voll ausgereift sind und mehr Flüssigkeit über Atmung und Haut verloren geht.

In den ersten Lebensmonaten funktioniert die Verdauung nur eingeschränkt; Neugeborene besitzen noch keine Darmflora und die Darmschleimhaut ist noch nicht ausgereift. Auch einige für die Nahrungsverarbeitung notwendige Enzyme werden vom Körper erst später gebildet. Aus diesen Gründen können Babys in der ersten Lebensphase nur mit Muttermilch oder mit speziell für sie konzipierten Produkten ernährt werden. Die Kost soll ungewürzt und salzarm sein.

Moderne Säuglingsfertignahrung entspricht in ihrer Zusammensetzung weitgehend der Muttermilch und darf nach den gesetzlichen Vorgaben weder Bakterien noch Schadstoffe enthalten. Sie unterliegt der Diätverordnung und enthält daher definierte Mindestmengen an Vitaminen und Mineralstoffen sowie Höchstmengen an Fett und Kohlenhydraten. Dadurch müssen auch Hersteller von Bio-Lebensmitteln ihre Produkte mit synthetischem Vitamin B1 anreichern. Fertige Gemüse- und Obst-Breie erreichen die Vorgaben in der Regel ohne Vitaminzusatz.

Als Beikost werden alle Lebensmittel und Zubereitungen bezeichnet, die für Säuglinge etwa ab dem zweiten Lebenshalbjahr geeignet sind und die als Ergänzung der Milchnahrung dienen, um die Umstellung auf feste Nahrung vorzubereiten. Spätestens ab dem siebten Monat deckt auch Muttermilch allein nicht mehr den kompletten Nährstoffbedarf des Säuglings und die Milchmahlzeiten müssen ergänzt und nach und nach ersetzt werden. Beikost soll wenig Speisesalz und Zucker und keine scharfen Gewürze enthalten.

Industriell hergestellte Beikost ist in unterschiedlichen Zusammensetzungen erhältlich, zum Beispiel als Brei oder Mus in Gläsern oder als Pulver zum Anrühren für Babybrei. Grundsätzlich kann Beikost aber auch im Haushalt selbst hergestellt werden, angepasst an den Bedarf und das Verdauungssystem des Säuglings.

Ab dem siebten Lebensmonat und mit dem Durchbruch der Zähne wird die Auswahl der angebotenen Nahrung erweitert, es kommen Lebensmittel mit fester Konsistenz hinzu. Ab einem Jahr können Kleinkinder allmählich dieselbe Kost essen wie Erwachsene.

 

 

 


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