Glossar Schwangerschaft

Abort

Der Begriff Abort bezeichnet sowohl eine (spontane) Fehlgeburt als auch eine vorsätzliche frühzeitige Beendigung der Schwangerschaft mithilfe medikamentöser, chemischer oder anderer Mittel (Abortus artificialis, Schwangerschaftsabbruch). Unterschieden wird in Früh- (bis zur 12. Schwangerschaftswoche) und Spätabort (danach und bis zu einem Geburtsgewicht von 500 g).

 

Abortivei

Bei einem Abortivei (Ovum abortivum, Molen-Ei, Windei) entwickelt sich aus der befruchteten Eizelle nur die Plazenta, nicht aber der Embryo. Dessen Anlage geht frühzeitig zugrunde und wird meist durch eine Fehlgeburt bis zur 8. Schwangerschaftswoche ausgestoßen.

 

Abortus completus

"Abortus completus" bedeutet vollständige Fehlgeburt. Im Gegensatz zum "Abortus incompletus" ist also die ganze Frucht abgegangen.

 

Abortus imminens

Abortus imminens ist der medizinische Fachbegriff für eine drohende Fehlgeburt. Oft kündigt die sich mit einer leichten Blutung aus dem (noch) fast geschlossenen Muttermund an. Aber Vorsicht: Nicht jede Blutung in der Schwangerschaft ist gleichbedeutend mit einer Fehlgeburt.

 

Abortus incompletus

Ein Abortus incompletus ist eine unvollständige Fehlgeburt, bei der sich Reste der Leibesfrucht oder des Mutterkuchens noch in der Gebärmutter befinden.

 

Amniozentese

Amniozentese ist der medizinische Fachbegriff für die Fruchtwasseruntersuchung während der Schwangerschaft (zum Ausschluss kindlicher Schäden).

 

ante partum

"ante partum" ist Mediziner-Jargon und bedeutet vor der Geburt.

 

Areola mammae

Areola ist der medizinische Fachausdruck für den Brustwarzenhof, der die Brustwarze ringförmig umgibt und sich in der Schwangerschaft häufig vergrößert und verdunkelt. In der Areola enden zahlreiche Talg- und Duftdrüsen. Beim Anlegen des Säuglings ist darauf zu achten, dass sein Mund außer der Brustwarze auch einen möglichst großen Teil des Warzenhofs umfasst.

Synonyme: Warzenhof, Warzenvorhof

 

Baby Blues

„Baby Blues“, „Wochenbett-Blues“ oder auch „Heultage“ sind gebräuchliche Formulierungen für eine charakteristische Stimmungsschwankung, die mehr als jede zweite Frau (50-70%) im Wochenbett ereilen soll. Die Symptome können einer depressiven Verstimmung ähneln, dauern aber nur kurz an.

 

BEL

BEL ist die Abkürzung für Beckenendlage. Die Beckenendlage oder Steißlage ist eine Geburtslage, bei der das Kind nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Beckenende voran in den Geburtskanal eintritt.

Die BEL kommt bei 3-5% der Geburten vor und erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Komplikationen.

 

Blasenmole

Eine Blasenmole ist eine Wucherung der blasenförmig fehlgebildeten Chorionzotten. Chorionzotten sind Ausstülpungen in der mütterlichen Plazenta zum verbesserten Stoffaustausch zwischen mütterlichem und embryonalem Blut. In 2-3% der Fälle einer Blasenmole kommt es zu einer bösartigen Entartung zu einem (gut behandelbaren) Chorionkarzinom (Chorionepitheliom).

Synonym: Mola hydatidosa

 

Blastozyste

Die Blastozyste ist ein Stadium der embryonalen Entwicklung beim Menschen und den meisten Säugetieren. Aus der befruchteten Eizelle entsteht zunächst die mehrzellige Morula und aus dieser nach 3-4 Tagen die Blastozyte. Wir befinden uns also ganz am Anfang des menschlichen Lebens.

Die Blastozyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum. Eingenistet in der Gebärmutter entwickelt sie sich zum Embryo weiter. Aus Blastozyten können embryonale Stammzellen gewonnen werden, was ethisch allerdings umstritten ist.

 

Bonding

Bonding (engl. to bond = binden) ist ein Fachbegriff der Entwicklungspsychologie, der das gegenseitige Kennenlernen und Sich-aneinander-Gewöhnen des Kindes und seiner Eltern bezeichnet.

Im Berühren, Riechen und Anschauen wurzelt die Bindung und Beziehung zwischen Mutter/Vater und dem Neugeborenen, wobei den ersten Stunden eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Deshalb ist es heute in den Kreißsälen und Geburtsräumen selbstverständlich, möglichst rasch für einen intensiven Körperkontakt des Nachwuchses mit seiner Mutter bzw. seinen Eltern zu sorgen, ggf. auch durch „Känguruhn“ (Känguruh-Methode). Dabei wird das Neugeborene unbekleidet auf die ebenfalls nackte Brust der Eltern gelegt. So kann es, umhüllt und gut eingepackt in Decken, Tücher und Felle, stundenlang Mamas oder Papas Wärme und Herzschlag spüren.

 

Cervix uteri

Die Cervix uteri ist der medizinische Fachbegriff für den Gebärmutterhals. Synonym: Zervix.

 

Damm

"Damm" nennt man den Körperbereich zwischen After und Scheide bzw. Hoden.

Synonym: Perineum

 

Dammriss

Zu einem Dammriss kommt es, wenn bei der Geburt der austretende Kopf des Kindes die mütterlichen Weichteile überbeansprucht und es zu einem Gewebeeinriss "am Damm" kommt.

Andere Bezeichnungen für Dammriss: Scheidendammriss, Dammruptur, Perinealriss.

 

Durchschneiden

Der Begriff "Durchschneiden" bezeichnet in der Geburtshilfe die Geburt des kindlichen Kopfes durch Heraustreten aus der Scheide.

 

Dyspareunie

Als Dyspareunie bezeichnen Mediziner Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

 

Eileiterschwangerschaft

Bei einer Eileiterschwangerschaft nistet sich die befruchtete Eizelle statt in der Gebärmutter in einem der beiden Eileiter (Tuben) ein. Von allen Möglichkeiten einer extrauterinen (außerhalb der Gebärmutter befindlichen) Schwangerschaft ist dies die häufigste Form.

Synonym: Tubargravidität

häufig auch verwendete, eigentlich umfassendere Begriffe: Bauchhöhlenschwangerschaft, Extrauteringravidität, EUG, ektope Schwangerschaft

 

Ektopie

Allgemein wird mit dem Fachbegriff Ektopie die Entstehung oder Verlagerung von Organen oder Gewebe an einer normalerweise nicht dafür vorgesehenen Stelle des Organismus bezeichnet. Eine Ektopie ist meist angeboren, und die Ausdehnung richtet sich häufig nach außen.

In der Gynäkologie handelt es sich um eine hormonell bedingte Epithel-Verschiebung aus dem Gebärmutterhalskanal auf den Muttermund. Bei einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter spricht man von einer ektopen Gravidität bzw. Extrauteringravidität.

 

Embryopathie

Der Begriff Embryopathie umfasst Erkrankungen und Schädigungen des Ungeborenen im Zeitraum der 3. bis zur 10. Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit entwickeln sich Gewebe und Organe und das Ungeborene ist für Schäden besonders anfällig. Die in dieser kritischen Entwicklungsphase entstehenden Schäden sind bleibend.

Mögliche Ursachen von Schäden sind Medikamente, Alkohol, Drogen oder bestimmte Infektionen, etwa durch den Erreger der Röteln oder Toxoplasmose.

 

Episiotomie

Als Episiotomie bezeichnet man das Einschneiden des Dammes zur Erweiterung des Beckenausganges während der Geburt.

Synonym: Dammschnitt

 

Extrauteringravidität (EUG)

Als Extrauteringravidität (EUG) bezeichnet man eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter. Zur Begriffserläuterung: extra = außerhalb, Uterus = Gebärmutter, Gravidität = Schwangerschaft.

Synonyme: Extrauterinschwangerschaft, ektope Gravidität

Abkürzung: EUG

 

Fertilität

Fertilität ist der Fachbegriff für die Fähigkeit eines Organismus zur Fortpflanzung. Die Fertilität bei Mann und Frau drückt also aus, inwieweit sie in der Lage sind, Kinder zu zeugen bzw. zu bekommen. Der Begriff wird universell verwandt, also bei Pflanzen, mehrzelligen Organismen, Tieren und Menschen.

Synonym: Fruchtbarkeit

 

Fornix vaginae

Als Fornix vaginae bezeichnet man das obere Ende der Scheide, in das der Scheidenanteil des Gebärmutterhalses (Portio) mit dem äußeren Muttermund hineinragt.

Synonym: Scheidengewölbe

 

Frühabort

Frühabort werden alle Aborte (Fehlgeburten) bis zur 12. Schwangerschaftswoche genannt.

 

Frühgeborene, sehr kleine

Als sehr kleine Frühgeborene werden solche mit einem Gewicht unter 1.500 g bezeichnet.

 

Frühgeburt

Eine Frühgeburt ist definiert als vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche erfolgte Geburt eines lebenden Kindes. Das Frühgeborene wiegt meist unter 2.500g.

Synonyme: Partus prematurus, Partus immaturus

 

Gelbkörperhormon

Das Gelbkörperhormon (Progesteron) ist ein weibliches Geschlechtshormon, das im Gelbkörper des Eierstocks gebildet wird. Progesteron fungiert teilweise als eine Art Gegenspieler des Östrogens, des anderen weiblichen Geschlechtshormons.

Das Hormon wird in der zweiten Zyklushälfte gebildet, außerdem vermehrt in der Schwangerschaft. Vor den Wechseljahren nimmt die Menge des Gelbkörperhormons ab.

 

Gonozyten

Gonozyten sind, etwas vereinacht gesprochen, die Vorstufen der Spermien. Es handelt sich bei den Gonozyten um urspüngliche Keimzellen, die im Embryonalstadium in die Hodenanlagen einwandern. Dort bilden sie eine Art fetaler Stammzellpool. Aus den Gonozyten werden über Zwischenstufen (Spermatogonien) im Verlauf der Pubertät befruchtungsfähige Spermien.

 

Gravidität

Gravidität ist der Fachbegriff für Schwangerschaft.

Synonyme: Schwangerschaft, Gestation

 

Habitueller Abort (wiederholte Fehlgeburt)

Ab drei spontanen Fehlgeburten in Folge spricht man medizinisch von einem habituellen Abort. Wenn noch keine Schwangerschaft ausgetragen wurde, wird die wiederholte Fehlgeburt als primärer habitueller Abort bezeichnet, sonst als sekundärer.

 

HCG

Das humane Chorion-Gonadotropin (HCG) ist ein Peptidhormon, das vom Mutterkuchen gebildet wird und für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich ist.

Synonyme: hCG, Beta-HCG, menschliches Chorion-Gonadotropin, Schwangerschaftshormon

 

 

Insemination

Insemination ist der medizinische Fachbegriff für die (künstliche) Samenübertragung. Eine Insemination ersetzt also den natürlichen Geschlechtsverkehr. Die Methode wird zur Erfüllung des Kunderwunsches empfohlen, wenn die Spermienaktivität leicht eingeschränkt ist (im Spermiogramm-Befund).

 

intrapartal

Intrapartal ist der medizinische Fachausdruck für "während der Geburt".

 

Karyogramm & Karyotyp

Der Karyotyp ist der individuelle Chromosomensatz eines Organismus. Das Karyogramm dient der geordneten Darstellung dieser Chromosomenausstattung, also des Karyotyps. In der Humangenetik wird es zur Diagnostik von erbbedingten Krankheiten bzw. Entwicklungsstörungen (z.B. Turner-Syndrom, Down-Syndrom oder Klinefelter-Syndrom, Intersexualität, ausgeprägte Hypospadien) eingesetzt.

 

Koitus

Der Koitus ist in gewisser Weise der erste Schritt zum Kinderkriegen: die geschlechtliche Vereinigung von Mann und Frau.

Synonyme: Kohabitation, Coitus, Beischlaf, Geschlechtsverkehr (und viele viele andere...)

 

Kolostrum

Kolostrum bedeutet "Vormilch". Das ist die Muttermilch, die in der Brust unmittelbar nach der Geburt gebildet wird. Sie enthält besonders viele Antikörper und ist für den Infektionsschutz des Neugeborenen sehr bedeutsam.

 

Laktation

Laktation ist der Fachausdruck für die Bildung und Abgabe der Muttermilch, die normalerweise nach der Geburt beginnt und während der Stillperiode andauert. Der Begriff findet bei allen Säugetieren inklusive Mensch Verwendung. Da Milchbildung und Stillen zwar ganz natürliche, aber auch sehr komplexe Vorgänge sind, können sich stillende Mütter bei Fragen oder Problemen an Still- bzw. Laktationsberaterinnen als speziell geschulte Fachkräfte wenden.

 

Mamma

Wenn von der Mamma (lat., Mehrzahl: Mammae) die Rede ist, meinen Mediziner im Normalfall die weibliche Brust. Die phonetisch ähnlich klingende und säuglingsbiografisch zumeist über ihre Mammae mit dem Kind besonders verbundene Mama schreibt sich dagegen nur mit einem „m“.

 

Mamille

Mit dieser Verkleinerungsform des lateinischen Wortes Mamma (Brust) wird die Brustwarze bezeichnet, die anatomisch korrekt Papilla mammaria und umgangssprachlich inkorrekt auch gerne Nippel genannt wird. Bei den (anderen) Säugetieren spricht man von der Zitze.

 

Mastitis puerperalis

Mit dem Fachbegriff Mastitis puerperalis bezeichnen Medziner eine Brustentzündung (Mastitis) im Wochenbett (Puerperium). Die akute, meist einseitige Entzündung der Brustdrüse tritt als Folge eines nicht (erfolgreich) behandelten Milchstaus auf und stellt vor allem bei erstgebärenden Wöchnerinnen eine der häufigsten Komplikationen dar.

 

materno-fetale Transmission

materno-fetale Transmission bedeutet: Übertragung von Krankheitserregern von der Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind über Blutkreislauf und Plazenta.

 

Molenschwangerschaft

Als Molenschwangerschaft wird eine Schwangerschaft mit einem Abortivei bezeichnet.

 

Muttermund

Als Muttermund bezeichnet man die Öffnung der Gebärmutter nach außen in Gestalt des Gebärmutterhalses (Cervic uteri). Dabei ist der innere Muttermund (Ostium uteri internum) die Öffnung zur Gebärmutter hin und der äußere Muttermund (Ostium uteri externum) die Öffnung zur Scheide hin. Dazwischen befindet sich der Gebärmutterhalskanal (Zervixkanal).

Synonym: Ostium uteri

 

Myom

Ein Myom ist ein gutartiger Muskeltumor, der in der Gebärmuttermuskulatur entsteht. Jede vierte bis sechste Frau im gebärfähigen Alter hat ein oder mehrere Myome, ohne diese unbedingt zu bemerken. Häufigste durch Myome verursachte Beschwerden sind Periodenschmerzen und Blutungsveränderungen im Sinne einer verstärkten verlängerten Monatsblutung.

Liegen keine Beschwerden vor, ist auch eine Behandlung nicht notwendig. Ansonsten kommen therapeutisch Medikamente, chirurgische Maßnahmen, Verödung oder eine Ultraschallbehandlung in Betracht.

 

 

Östrogen

Östrogen ist ein weibliches Geschlechtshormon. Es gibt mehrere Sub-Typen mit chemisch ähnlicher Struktur. Sie werden in den Eierstöcken zyklusabhängig hergestellt.

Östrogene bewirken den periodischen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (damit sich das befruchtete Ei einnisten kann). Daneben sind Östrogene für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale der Frau wie z.B. der Brust verantwortlich. Auch haben sie Bedeutung für den Stoffwechsel. Es gibt natürliche und künstliche Östrogene.

 

Ovar

Ovar ist der anatomische Fachbegriff für den Eierstock. Das Ovar zählt zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen und ist paarig angelegt.

In den beiden Eierstöcken (Ovarien) reifen die Eizellen in sogenannten Eibläschen (Follikeln) heran und werden beim Eisprung im Rahmen des monatlichen Zyklus freigesetzt (Ovulation). Außerdem sind die Ovarien für die Bildung und Freisetzung von weiblichen Geschlechtshormonen verantwortlich.

 

Ovulation

Ovulation ist der medizinische Fachbegriff für den Eisprung. Die, reife, unbefruchtete Eizelle "springt" aus dem Eierstock ungefähr in der Mitte des weiblichen Zyklus'. Man spricht auch von Follikelsprung.

 

Ovulationshemmer

Ovulationshemmer sind hormonelle Verhütungsmittel, besser bekannt als die "Pille". Sie enthalten die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen und verhindern den Eisprung.

Der Wirkmechanismus: Über eine negative Rückkopplung zur Hirnanhangsdrüse ("oh, es sind ja schon Hormone da"), regt diese die Eireifung nicht weiter an und der Eisprung bleibt aus.

 

Partus immaturus

Partus immaturus ist ein medizinischer Fachbegriff für eine Frühgeburt.

Weiteres Synonym: Partus prematurus

 

Partus prämaturus/Partus prematurus

Partus prämaturus nennen Mediziner (wenn sie unter sich sind oder wenn sie angeben wollen) eine Frühgeburt.

 

perinatal

Perinatal bedeutet „um die Geburt herum“. Die Perinatalperiode umfasst den Zeitraum von der 24. Schwangerschaftswoche bis zum Abschluss der ersten Lebenswoche.

 

Placenta increta

Bei einer Placenta increta bzw. Placenta accreta wachsen Teile des Mutterkuchens, nämlich dessen Chorionzotten, in die Gebärmuttermuskulatur hinein. Das hat die operative Entfernung des Mutterkuchens und im schlimmsten Fall auch der Gebärmutter zur Folge.

 

Plazenta

Plazenta ist der medizinische Name für den Mutterkuchen (der sich bei einer Schwangerschaft bildet).

 

Portio

Die Portio bezeichnet als Kurzform des anatomischen Fachausdrucks Portio vaginalis uteri (bzw. cervicis) den Teil der Gebärmutter, der in die Scheide hineinragt. Die Öffnung der Portio ist bei der vaginalen Untersuchung als äußerer Muttermund sichtbar.

 

post partum

"post partum" bedeutet nach der Geburt.

Synonym: postpartal

 

postnatal

"postnatal" ist medizinischer Fachjargon und bedeutet "nach einer Geburt".

 

Progesteron

Progesteron (Gelbkörperhormon) ist ein weibliches Geschlechtshormon, das im Gelbkörper des Eierstocks gebildet wird. Progesteron fungiert teilweise als eine Art Gegenspieler des Östrogens, des anderen weiblichen Geschlechtshormons. Das Hormon wird in der zweiten Zyklushälfte gebildet, außerdem vermehrt in der Schwangerschaft. Vor den Wechseljahren nimmt die Menge des Gelbkörperhormons ab.

 

Pudendusblock

Unter Pudendusblock versteht man die Betäubung des Schamnerven (Nervus pudendus) durch Einspritzen von Betäubungsmittel durch die Scheidenwand mit Hilfe einer langen Nadel. Als Methode zur Schmerzlinderung bei der Geburt wurde der Pudendusblock mittlerweile weitgehend durch die Periduralanästhesie (PDA) verdrängt.

 

Resectio / Re-Sectio

Unter Resectio versteht man einen erneuten Kaiserschnitt (nach Schnittentbindung bei der vorherigen Geburt).

 

Rooming in

Rooming in (oder Rooming-In) ermöglicht es Müttern und Vätern oder allgemein Bezugspersonen, mit ihrem kranken Kind oder Angehörigen im Krankenhaus (oder Pflegeheim) zusammensein und auch dort zu übernachten zu können.

Auf einer Säuglingsstation bekommt Ihr Baby ein eigenes Bettchen auf Rädern, so dass es sowohl bei Ihnen im Zimmer als auch im Neugeborenenzimmer versorgt werden kann. Mittlerweile gehört Rooming-In zum Standard und wird von den meisten Krankenhäusern angeboten.

 

Sectio caesarea

Sectio caesarea ist der medizinische Fachausdruck für die Geburt per Kaiserschnitt. Das Wort "caesarea" bedeutet übrigens schneiden, und da die Götter in der griechischen und römischen Mythologie der Sage nach auch per "Schnitt" zur Welt kamen, entstand der "göttliche" Name "Caesar".

 

Spätabort

Spätabort werden alle Fehlgeburten nach der 12. Schwangerschaftswoche genannt.

 

SSW

SSW ist die Abkürzung für Schwangerschaftswoche. Die Anzahl der Schwangerschaftswochen wird gerechnet ab dem 1. Tag der letzten Regel (p.m. = post menstruationem).

 

Sterilität

Als Sterilität wird die Unfruchtbarkeit der Frau oder des Mannes bezeichnet. Der Begriff wird also für beide Geschlechter verwandt.

Synonym: Unfruchtbarkeit. Beim Mann auch manchmal Zeugungsunfähigkeit.

Eine weitere Bedeutung ist die Keimfreiheit von Materialien oder Gegenständen (z.B. im OP-Bereich).

 

teratogen

teratogen bedeutet: Fehlbildungen bei einem Organismus hervorrufend, fruchtschädigend

Substantiv: Teratogen (Plural: Teratogene) bzw. Teratogenität

 

Trimenon

Die Schwangerschaft wird üblicherweise in drei Schwangerschaftsdrittel unterteilt. Und ein Schwangerschaftsdrittel heißt im Mediziner-Jargon Trimenon.

 

Uterus

Uterus ist der medizinische Fachbegriff für die Gebärmutter.

 

Vakuumextraktion

Unter Vakuumextraktion versteht man die Entbindung mit einer Saugglocke. Der Vakuumextraktor besteht aus Pumpe, Vakuumflasche, Schlauchsystem und Saugglocken in verschiedenen Größen und Materialien.

Synonym: Saugglocke (umgangssprachlich)

 

Zeichnen

Als "Zeichnen" wird der Abgang des Schleimpfropfs vor der Geburt bezeichnet. Dieser schützende Pfropf löst sich durch die Kontraktionen und das langsame Öffnen des Muttermunds.

 

Zervix

Zervix wird der Gebärmutterhals genannt. Die Zervix ist der Eingang in die Gebärmutter in Verlängerung der Scheide. Sie ist Teil des Geburtskanals.

 

Zusammengestellt von Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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