Ist die vorbeugende Einnahme von Jodidtabletten nach dem Atomunfall in Japan sinnvoll?

In Japan schon, bei uns aber nicht. Es wird sogar vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit dringend davon abgeraten.

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Eine Jodblockade ist nur sinnvoll, wenn eine radioaktive Wolke über das Land hinwegzieht und tatsächlich für die Verbreitung der Strahlungspartikel sorgt. Deren Konzentration nimmt aber im Laufe der Ausbreitung durch Verdünnung, Auswaschung sowie (bei den kürzerlebigen Stoffen wie radioaktivem Jod) durch Zerfall ab. Eine Gefahr für Deutschland aufgrund des Reaktorunfalls in Japan wird deshalb von offizieller Seite praktisch ausgeschlossen und die Notwendigkeit besonderer Vorsichtsmaßnahmen verneint.

Im fortgeschrittenen Alter nimmt die Schilddrüsenkrebsgefahr durch ionisierende Strahlung stark ab. Dagegen kann eine zusätzliche, hoch dosierte Jodzufuhr sogar schaden, indem sie eine Überfunktion der Schilddrüse verursacht. Deshalb wird die vor allem für Kinder, junge Erwachsene und Schwangere gedachte Jodblockade bei Personen über 45 Jahren nicht empfohlen

Sofern es um Strahlenschutz geht, sollten Jodidtabletten nur nach ausdrücklicher behördlicher Aufforderung eingenommen werden. Unabhängig von atomaren Ereignissen ist allerdings die Vorbeugung gegen Jodmangel gemäß ärztlicher Abklärung und Verordung immer sinnvoll.

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