Zwiebeln, Apfelsinen & Co: Darf man das wirklich nicht essen, wenn man stillt?

Es wird eifrig gewarnt in der einschlägigen Literatur für die Stillzeit: Blähende Lebensmittel wie z.B. Kohl, Zwiebeln, Knoblauch oder Bohnen sollen wegen möglichen Verdauungsschwierigkeiten des Babys ebenso gemieden werden wie Zitrusfrüchte, die nach mütterlichem Genuss zum wunden Po beim Säugling führen können. Womit wir beim Punkt sind:

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Können, aber nicht müssen. Denn diese Warnungen sind letztlich reine Theorie. Wie es sich bei Ihnen und Ihrem Kind tatsächlich verhält, ob und auf welche der vermeintlich zu meidenden Nahrungsmittel Ihr Kind mit Beschwerden reagiert, können Sie letztlich nur durch Ausprobieren herausfinden. Testen Sie dabei immer nur ein „verdächtiges“ Lebensmittel pro Tag, um klare Erkenntnisse zu gewinnen.

Wichtig: Worauf Sie in der Stillzeit tatsächlich unbedingt verzichten sollten, sind Rauchen und Alkohol. Denn Nikotin und Alkohol gelangen rasch in die Muttermilch und können die Entwicklung Ihres Kindes ernsthaft beeinträchtigen.

Muss ich in der Stillzeit komplett auf Zitrusfrüchte verzichten?

Probieren Sie es mit aller gebotenen Umsicht einfach aus. Dann wissen Sie, ob Ihr Säugling beim kleinsten Zitrusgenuss der Mutter einen wunden Po bekommt oder ob Sie diesen gesunden Teil des Nahrungsspektrums auf Ihrem Speiseplan, zumindest in eingeschränkter Form, belassen können. Für die Mehrzahl der Kinder ist es nämlich völlig unproblematisch, wenn ihre Mama täglich 1-2 Gläser Orangensaft trinkt, den Salat auch weiterhin mit Zitronensaft abschmeckt oder die ein oder andere Zitrusfrucht verzehrt.

Wie lange dauert es, bis sich meine Nahrung auf die Milch auswirkt?

Etwa 3-6 Stunden nach einer Mahlzeit ist damit zu rechnen, dass Sie eventuelle Reaktionen Ihres Säuglings beobachten können, falls er auf Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel empfindlich reagiert. Nehmen Sie verdächtige Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, am besten einzeln zu sich und beobachten Sie Ihr Baby, um rasch herauszufinden, was es verträgt und was nicht. Die Empfindlichkeit Ihres Kindes gegenüber verschiedenen Nahrungsmitteln kann sich im Laufe der Stillzeit übrigens auch verändern.

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Autor: Dr. Hubertus Glaser

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