Was ist der häufigste Grund für Mütter, nicht zu stillen?

Stillen ist der von der Natur vorgesehene und in Millionen von Jahren im Laufe der Evolution optimierte Vorgang, um unseren Nachwuchs nach der Geburt zu versorgen. Die meisten Frauen, schätzungsweise an die 98%, könnten ihr Kind voll stillen und die meisten frisch entbundenden Mütter (gut 90%) möchten das auch.

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Deutschland ist in den letzten Jahren zwar stillfreundlicher geworden und die Nationale Stillkommission wirbt seit längerem massiv für längere Stillzeiten. Dennoch wird hierzulande häufiger als nötig gar nicht oder zu kurz gestillt. Viele Mütter fangen früher als von Experten empfohlen damit an, Nahrung zuzufüttern und abzustillen, ohne dass dies aus zwingenden (gesundheitlichen) Gründen notwendig wäre.

Falsche Werbung und fehlende Unterstützung

Zum einen mag dies daran liegen, dass es immer mehr jungen Müttern am Vorbild und an der Unterstützung stillerfahrener älterer Frauen mangelt. Ein weiterer Faktor ist die Bewerbung von Milchersatzprodukten und die – inzwischen gesetzlich verbotene – Abgabe unentgeltlicher Proben von Säuglingsnahrung an Schwangere oder Mütter, beispielsweise über Begrüßungspakete in Krankenhäusern. Das verleitet Mütter nach Angaben der Stillkommission dazu, vorzeitig mit dem Stillen aufzuhören. Eine weitere Schwierigkeit stellt die mangelnde Unterstützung durch Arbeitgeber dar.

Der Hauptgrund für eine Mutter, ihrem Kind die Brust ganz vorzuenthalten oder die Stilldauer zu verkürzen, ist allerdings nach Auskunft der Leiterin einer bayerischen Studie nach wie vor der Einfluss des Ehe- bzw. Lebenspartners.

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