Was ist der Frühförderungs-Wahn?

Der leider moderne und völlig übertriebene Aktionismus, wenn es darum geht, das eigene Kind von klein auf so gut wie möglich zu fördern. Angebote zur Frühförderung von Säuglingen und Kleinkindern boomen zwar, Experten warnen jedoch vor zu viel Stimulation in den ersten Lebensmonaten und -jahren.

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Um Ihr Baby bestmöglich zu fördern, sollten Sie es ganz genau beobachten. Denn man kann Kinder nur bilden mit den Fragen, die sie selber haben. Die Kunst besteht deshalb darin, die Fragen des Babys zu erkennen. Nehmen Sie Ihr Kind von Anfang an als aktives und auch als denkendes Wesen mit eigenen Absichten und Wünschen wahr und behandeln Sie es dementsprechend. Diese Haltung ist von zentraler Bedeutung für jede Art von Förderung. Helfen Sie dem Kind zu seiner Selbsterfüllung und nicht zu Ihrer eigenen, in einer Konkurrenz-Dynamik mit anderen Eltern.

Der hippe Förder-Marathon ist eher schädlich

Lassen Sie sich daher nicht von fragwürdigen Zeitgeistströmungen (Kritiker sprechen auch vom Frühförderungswahn) zu einer übertriebenen Bildungsplanung für Ihr Kind hinreißen, sondern ermöglichen Sie ihm, ein eigenes Kinderleben zu leben. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie bei der gegenwärtig angesagten „Eltern-Rallye“ nicht dabei sind, denn der hippe Förder-Marathon scheint die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen zu können.

Im Gegenteil: Neurobiologen haben herausgefunden, dass zu viel Stimulation das Lernen schon im Säuglingsalter behindert. Spannungen und Konflikte nehmen in den Familien mit übergeförderten Kindern eher zu, überreizte Babys kommen immer häufiger in die zahlreicher werdenden Schreiambulanzen.

Die lebensnah abgesicherte Expertenempfehlung lautet deshalb: Zurück zu den Wurzeln, auf den gesunden Menschenverstand hören und sich vom eigenen Herzen statt in multiplen Kursen leiten lassen!

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