Wie vermittle ich meinem Kind Respekt?

Die erste Maßnahme lautet, sich zu fragen, was Respekt eigentlich bedeutet – was Sie Ihrem Kind damit also eigentlich vermitteln wollen. Respekt ist keineswegs „out“, sondern hat in der aktuellen Jugend(sprach)kultur deutlich an Bedeutung gewonnen. Respektiert zu werden bedeutet für Kinder und Erwachsene, von anderen als Mensch mit eigenen Meinungen und Ansichten angenommen zu werden.

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Auch wenn die eigenen Meinungen von denen anderer abweichen, müssen sie möglichst objektiv gehört, bewertet und kommentiert werden – Abwertungen, Beschimpfungen, Lächerlichmachen oder totales Ignorieren sind respektlos. Bedenken Sie immer Ihre Vorbildrolle als Eltern: Nichts wirkt unter dem Erziehungsaspekt besser als Ihr (hoffentlich) vorbildhaftes und konsequentes Verhalten.

10 Regeln für einen respektvollen Umgang mit Ihrem Kind:

  • Nehmen Sie Ihr Kind stets ernst!
  • Zeigen Sie ihm Ihr aufrichtiges Interesse an seiner Meinung.
  • Äußern Sie ihm gegenüber klar und deutlich, dass Sie seine Leistung anerkennen. Das gilt in erster Linie für seine Anstrengung (nach dem Motto „Gib dein Bestes“) und erst in zweiter Linie für das Ergebnis.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind so früh wie möglich kleine Erfolgserlebnisse durch eigenverantwortliches und selbstständiges Verhalten und Handeln.
  • Betrachten Sie Fehler bei sich selbst und bei Ihrem Kind als menschlich und als notwendigen Bestandteil von Wachstums-, Reifungs- und Verbesserungsprozessen. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es zu seinen Fehlern stehen darf und daraus lernen soll.
  • Äußern Sie Kritik gegenüber Ihrem Kind nur in sachlicher und konstruktiver Art und Weise (bemühen Sie sich zumindest immer wieder darum …). Verletzende und kränkende Beschimpfungen sind tabu. Rutschen Sie Ihnen doch heraus, dann entschuldigen Sie sich später bei Ihrem Kind in aller Ruhe und erklären Sie ihm Ihre Kritik (nur, wenn sie berechtigt ist!) nochmal in verständlicher Form.
  • Formulieren Sie Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen in der Ich-Form und verzichten Sie auf abwertende Bezeichnungen (z.B. „Ich bin gerade dringend beschäftigt, nachher können wir uns unterhalten.“ anstelle von „Du nervst!“).
  • Seien Sie offen und ehrlich zu Ihrem Kind, das in der Regel über unsichtbare Antennen verfügt. Unaufrichtigkeit, Vertuschen, Lügen, falsches Lob oder geheucheltes Interesse beschädigen Ihre Glaubwürdigkeit und werden irgendwann zum Bumerang.
  • Bleiben Sie konsequent, wenn sich Ihr Sprössling Ihnen oder anderen gegenüber respektlos verhält. Vereinbaren Sie rechtzeitig Sanktionen, etwa den Ausschluss vom gemeinsamen Spiel, und halten Sie diese anschließend ein.
  • Egal, was passiert und welche Maßnahmen in angemessener Weise zu treffen sind: Bleiben Sie Ihrem Kind gegenüber respekt- und liebevoll und lassen Sie es immer spüren, wie lieb Sie es haben.

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