Kann zuviel Lob meinem Kind schaden?

Loben gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Kind fördern können und auch sollten. Eine Überdosierung ist nicht zu befürchten, unter einer wichtigen Voraussetzung: Ihr Lob muss echt und angemessen sein. Ihr Kind hat nämlich feine Antennen dafür, ob und wie es gelobt und bestätigt wird: übertrieben, achtlos, nebenbei – oder von Herzen und mit Anteilnahme.

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Die Qualität des Lobes macht sich u.a. daran fest, ob es überwiegend mit allgemeinen Floskeln auskommt („Das hast du ja toll gemacht!“) oder inhaltlich beschreibt, was für lobenswert gehalten wird und weshalb („Die Wiese hast du aber schön gemalt – mit den vielen hübschen Blumen und Schmetterlingen drin“ oder „Ich finde es toll, dass ihr so schön miteinander spielt, ohne zu streiten!“).

Nicht zu oft das gleiche Lob

Unangemessenes, ständig wiederholtes Lob, etwa für eine „Leistung“, die Ihr Kind schon längst beherrscht, kann sich dagegen kontraproduktiv auswirken. Ihr Sprössling könnte das Gefühl bekommen, dass Sie ihm nichts zutrauen und an seiner Leistungsfähigkeit zweifeln. Das zehrt am Selbstbewusstsein. Lassen Sie Ihr Kind deshalb deutlich spüren, dass Sie es achten und ernst nehmen und ihm etwas zutrauen. Ermutigen Sie Ihren Nachwuchs dazu, neue Dinge auszuprobieren und schwierigere Aufgaben in Angriff zu nehmen, und unterstützen Sie ihn dabei.

Genauso wichtig wie das häufige Loben nicht zu vergessen ist es übrigens, die regelmäßige Untauglichkeitserklärung zu unterlassen. Weisen Sie Ihr Kind nicht (ständig) darauf hin, was es alles nicht kann („Stop, das kannst du noch nicht!“). Diese Negativansprache – die in vielen verschiedenen Versionen zum Einsatz kommt – setzt sich im Unterbewusstsein fest, beim einen Kind mehr, beim anderen weniger. Unter anderem deshalb sehnen sich später so viele Menschen im privaten und beruflichen Erwachsenenleben nach Lob – und bekommen es leider so selten.

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