Dürfen Kinder mit Allergie geimpft werden?

Ja. Der Impfschutz ist für Kinder mit Allergien sogar besonders wichtig, da Infektionskrankheiten bei ihnen schwerer verlaufen können als bei nichtallergischen Kindern. Bei einer Ansteckung mit Keuchhusten-Erregern etwa kann es bei einem Kind mit allergischem Asthma zu einer komplikationsreichen bis lebensbedrohlichen Krankheitsentwicklung kommen.

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Auf der anderen Seite ist bekannt, dass Keuchhusten auch zur Ausprägung eines Asthmas beitragen kann. Ein weiteres Beispiel sind die Windpocken, die für ein Kind mit schwerer Neurodermitis wesentlich riskanter sind als die gegen sie gerichtete Impfung.

Was die Impf-Kommission empfiehlt

Ob mit oder ohne Allergie – der Impfschutz gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten und ihre Erreger macht den meisten Experten zufolge in jedem Fall Sinn. Dazu zählen gemäß offizieller Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)

  • Tetanus
  • Diphtherie
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung
  • Haemophilus influenzae
  • Hepatitis B
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken
  • Meningokokken
  • Pneumokokken

und – bei Mädchen – Humane Papillom-Viren (HPV). Auch eventuell erforderliche Indikationsimpfungen, die nur für bestimmte Risikogruppen bzw. in besonderen Situationen oder bei Reisen gelten, sollten laut STIKO allergische Kinder erhalten (z.B. gegen Grippe oder FSME).

Auch wenn man über die eine oder andere Empfehlung der STIKO durchaus geteilter Meinung sein kann (das Risiko eines normalen Kindes, sich mit Hepatitis B anzustecken, ist fast gleich null), kann man zumindest festhalten, dass die Allergie als solches kein Gegenargument gegen das Impfen ist.

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