Wie kann ich testen, ob mein Baby gut hören kann?

Dass ein Baby gut hören kann, ist für seine Entwicklung außerodentlich wichtig. Allein die Sprachfähigkeit kann enorm leiden, wenn ein Kind Ihre Worte nur undeutlich oder gar nicht versteht. Deshalb ist es für Eltern wichtig, für dieses Thema eine gewisse Sensibilität zu entwickeln und genau hinzuschauen.

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Nach Angaben des Deutschen Zentralregisters für kindliche Hörstörungen werden etwa 1 bis 3 von 1.000 Kindern mit Hörschäden geboren. Werden diese frühzeitig erkannt und im ersten Lebensjahr behandelt, ist mit einer weitgehend normalen sprachlichen und sozialen Entwicklung des Kindes zu rechnen. Um dies sicherzustellen, wird in Deutschland das Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt und seit 1. Januar 2009 auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Allerdings kann eine Hörstörung auch später entstehen, zum Beispiel durch häufigere Mittelohrentzündungen oder auch heftige Erkältungen, bei denen die Gehörgänge chronisch verlegt werden können

Was sind Anhaltspunkte für eine normale Hörfähigkeit?

Folgende Anhaltspunkte helfen Ihnen dabei, die altersgerechte Entwicklung und Hörfähigkeit Ihres Kindes zu beurteilen:

  • Ab der 4.- 6. Lebenswoche erschrecken Säuglinge bei plötzlichen lauten Geräuschen und zucken zusammen.
  • Im Alter von 6 Monaten können Babys stimmhaft lachen und brabbeln. Sie drehen ihren Kopf oder die Augen in Richtung einer Geräuschquelle, die sie nicht sehen können, und reagieren üblicherweise, wenn sie mit ihrem Namen angesprochen werden.
  • Im ersten Lebenshalbjahr plappern alle Kinder vor sich hin. Diejenigen, die nichts hören können, verstummen danach zunehmend.
  • Ab dem 7.-8. Lebensmonat lauschen Kinder auf Musik und probieren unterschiedliche Stimmlagen und Laute aus.
  • Ab dem 10.-12. Lebensmonat reagieren Säuglinge, wenn sie aus einem Meter Enfernung in normaler bis leiser Lautstärke angesprochen werden, und können Verbote („Nein!“) verstehen.
  • Etwa zum 2. Geburtstag beginnen Kinder mit Zwei-Wort-Sätzen (z.B. „Ball haben“) und können Anweisungen befolgen, die ihnen ins Ohr geflüstert werden.
  • Mit 5 Jahren sollte Ihr Kind so sprechen können, dass ein Fremder es verstehen kann.

Zwar sind die Entwicklungszeiten nicht in Stein gemeißelt und können im Einzelfall nach vorne und hinten variieren, ohne dass gleich eine ernsthafte Störung vorliegen muss. Dennoch sollten Sie aufmerksam werden und im Zweifelsfall unverzüglich den Kinderarzt zu Rate ziehen, wenn Sie Entwicklungsdefizite bei Ihrem Kind feststellen. Und das nicht nur zu Beginn, sondern im gesamten Verlauf der Kindheit. Denn zu Hörstörungen kann es in jedem Lebensalter kommen. Wenn Kinder unaufmerksam sind, Probleme in der Schule haben, schlecht folgen und sehr laut Musik hören – dann muss das nicht, aber es kann an einer geminderten Hörfähigkeit liegen.

Wie geht ein Hörtest zu Hause?

Klingt simpel und banal, ist es auch, allein um’s Machen geht es: Stellen Sie sich unbemerkt hinter Ihr Kind und sprechen Sie es leise an. Wenn es ungewollt nicht reagiert, sollte sein Gehör vom Fachmann überprüft werden.

Weitere mögliche Anzeichen für Hörprobleme sind, wenn Ihr Kind:

  • nicht auf Geräuche reagiert
  • Probleme mit dem Sprechen oder eine verzögerte Sprachentwicklung aufweist
  • des öfteren nicht reagiert, obwohl es angesprochen wird
  • zu Hause keine Probleme mit dem Sprechen, Hören und Verstehen hat, wohl aber in der Schule (mit vielen Hintergrundgeräuschen)


Autor: Dr. Hubertus Glaser