Was sollten Eltern nach der Geburt eines Geschwisterkindes beachten?

GeschwisterBedenken Sie, dass Ihr älteres Kind die veränderte Familiensituation vollkommen wahrnimmt und die Ankunft des neuen Familienmitglieds aus seiner Sicht vor allem als Verlust begreifen kann: Es steht nicht mehr im Mittelpunkt wie zuvor und bekommt nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Eltern.

Es muss mit einer zeitlich reduzierten Zuwendung auskommen, mit weniger Engelsgeduld und mit der zunehmenden Erwartungshaltung, sich als „großes“ Kind auch „groß“ zu benehmen.

Da sind manche Verhaltensweisen, die Sie als Eltern irritieren können, eigentlich leicht nachvollziebar, beispielsweise wenn Ihr Kind

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  • sich auch (wieder) wie ein Baby benimmt und im Kinderwagen liegen sowie gefüttert, verwöhnt und in den Schlaf gewiegt werden möchte,
  • plötzlich wieder einnässt,
  • weinerlich oder besonders anlehnungsbedürftig ist,
  • viel quengelt und sich aggressiv verhält.

Gelassen und verständnisvoll bleiben

Bleiben Sie dann möglichst gelassen und reagieren Sie verständnisvoll. Das fällt zwar gerade mit der Belastung durch mehrere Kinder eventuell besonders schwer. Es bietet aber die sicherste Gewähr dafür, dass die kritische Phase rasch wieder vorbei geht und Ihr Kind lernt, sich in seiner neuen Rolle wohl zu fühlen, (Verlust-) Ängste abzubauen und sein Geschwisterchen nicht vorrangig als „Konkurrenz“ zu betrachten.

Dazu noch folgende Tipps bzw. Hinweise:

  • Väter sollten ihre besonders wichtige Rolle für die älteren Geschwister wahrnehmen, wenn sich die Mutter vorrangig um den Säugling kümmern muss. Eine intensive und liebevolle Zuwendung kann die „Großen“ vor etwaigen Kränkungen oder Neidgefühlen beschützen.
  • Auch die Mütter sollten sich geeignete Freiräume verschaffen, um ihren älteren Kindern regelmäßig ein Stück ungeteilte Zeit und Zuwendung gönnen zu können.
  • Geben Sie Ihrem älteren Kind das wichtige und beruhigende Gefühl, dass seine Eltern es genauso lieb haben wie früher.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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