Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es Probleme mit einem Lehrer hat?

Wenn Ihr Kind sich von einem Lehrer ungerecht behandelt fühlt, stellt sich die Frage, wie Sie ihm dabei helfen können. Das ist gar nicht so einfach, denn eine vorschnelle Parteinahme für Ihr Kind kann genauso verkehrt sein wie eine vorschnelle Unterstützung des Lehrer oder der Lehrerin (in der Annahme, die Schuld läge beim Kind). Auf der anderen Seite ist eine Klärung wichtig, denn ein gestörtes Verhältnis zu einer Lehrkraft ist in jeder Hinsicht schädlich für Ihr Kind.

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Folgende Tipps bieten dabei Unterstützung:

  • Sprechen Sie zuallererst mit Ihrem Kind:


    Lassen Sie sich das Problem oder die auslösende Situation ausführlich von ihm schildern. Haken Sie bei Unklarheiten mit Verständnis- bzw. den bekannten W-Fragen nach: wer, wann, was, wie, warum?
  • Bleiben Sie vorerst neutral, bis der Sachverhalt aufgeklärt ist:


    Vermeiden Sie in jedem Fall, die Lehrkraft vor Ihrem Kind schlecht zu machen – das hilft Ihrem Kind nicht weiter, sondern verschlimmert häufig noch die Situation. Schieben Sie andererseits auch nicht die Schuld vorschnell und ausschließlich auf Ihr Kind, sonst verliert es auf Dauer das Vertrauen zu Ihnen, insbesondere wenn es sich im Recht wähnt.
  • Versichern Sie Ihrem Kind Ihre Hilfe

    und scheuen Sie keinen (berechtigten) Konflikt mit der Lehrkraft!
  • Finden Sie heraus, ob das Verhalten der Lehrkraft mehrere Kinder betrifft:


    In diesem Fall sollten Sie statt eines Alleingangs mit den Elternvertretern sprechen und sich mit anderen Eltern zusammenschließen. Das verleiht Ihrem Anliegen mehr Gewicht, stärkt die Position der Kinder und bündelt Ressourcen. Möglicherweise gehört das Thema dann auch auf einen Elternabend.
  • Führen Sie Tagebuch:


    Ihr Kind soll über einen geeigneten Zeitraum von z.B. zwei Wochen die Ungerechtigkeiten notieren. Das macht zwar ein bisschen Arbeit und dauert, verhindert aber unfundierte und voreilige Schnellschüsse, indem dadurch meist recht gut erkennbar wird, ob und was an den Vorwürfen Ihres Kindes dran ist. Gliederung der Notiz am besten mit W-Fragen, Datum und am besten auch Uhrzeit oder Unterrichtsstunde nicht vergessen.
  • Wenden Sie sich anschließend an den betreffenden Lehrer:


    Bitten Sie ihn um ein klärendes Gespräch auf Grundlage der möglichst klaren und präzisen Tagebucheintragungen.
  • Beziehen Sie Ihr Kind bei der Planung des Lehrergesprächs mit ein:


    Wie schätzt es selbst seine Situation im Unterricht ein? Was sollten Sie seiner Meinung nach der Lehrkraft sagen?
  • Informieren Sie Ihr Kind über den Ausgang des Gesprächs:


    Was wurde erörtert und mit welchen Ergebnissen? Wie möchte der Lehrer zur Verbesserung der Situation beitragen, was kann Ihr Kind verändern, wie können Sie ihm helfen?
  • Machen Sie ggf. von dem Recht Gebrauch, im Unterricht zu hospitieren:


    Dadurch können sich selbst einen Eindruck machen, wenn weiterhin Probleme bzw. Unklarheiten bestehen. Eine Hospitationsmöglichkeit nach vorheriger einvernehmlicher Absprache mit dem Lehrer gibt es in vielen Bundesländern.
  • Wenn die Probleme trotz direkter Kommunikation mit dem Lehrer nicht gelöst werden können:


    Wenden Sie sich an die Schulleitung, eventuell auch an den schulpsychologischen Dienst. Als hilfreich erweist sich desöfteren, von unabhängigen Fachkräften eine objektive Beurteilung der Situation sowie Lösungsvorschläge zu erbitten. Damit wird für alle Beteiligten ein etwaiger (gefühlter) Gesichtsverlust vermieden.
    Wenn alle möglichen Versuche zur Problemlösung vor Ort unternommen wurden und fehlgeschlagen sind, bleibt noch die Anrufung der Schulaufsicht, ggf. auch schulgesetzlich vorgesehener Gremien (z.B. der Elternvertretung) auf kommunaler Ebene.

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