Ab wann kann ein Baby den Sinn eines Verbots verstehen?

Kinder und VerboteIm Laufe des 1. Lebensjahres lernt Ihr Baby zwar ein „Nein“ als solches zu verstehen, den Sinn dahinter kann es aber noch nicht begreifen. Es ist deshalb angemessen und für beide Seiten stressmindernd, den Versuch einer vernunftbetonten Erklärung zu unterlassen und unerlaubte, weil gefährliche Handlungen Ihres Sprösslings gleich zu unterbinden. Hat er sich beispielsweise eines Feuerzeugs bemächtigt, sollten Sie es ihm wegnehmen und dafür etwas Geeigneteres zum Spielen anbieten. Ein klares „Nein!“ ist dann besser als eine logische Begründung wie etwa „Nein, das Feuerzeug darfst du nicht haben, weil du dich sonst damit verbrennst“.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

weiterlesen...

Grundsätzlich auf das Wörtchen „Nein“ verzichten sollten Sie aber keinesfalls. Setzen Sie es an geeigneter Stelle bewusst ein, damit Ihr Nachwuchs die Bedeutung und den Sinn von Verboten kennenlernt (abgesehen von den realen Bedrohungen, die damit verhindert werden können). Aber verwenden Sie es restriktiv, also mit Bedacht und sehr gezielt nur dann, wenn es wirklich unumgänglich ist. Durch einen inflationären Gebrauch des Nein gefährden Sie dessen Wirkung auf Dauer ebenso wie durch ein lächelndes Neinsagen, bei dem Ihr Kind die Botschaft beim besten Willen nicht verstehen kann.

Gute Dosierung des Wortes "Nein"

Fazit: Sagen Sie Nein, wenn es sein muss, aber auch nur dann. Tun Sie es ruhig, aber bestimmt und mit ernstem Gesicht. Wenn Ihr Kind älter wird, kommt noch eine Erklärung des Verbots in angemessener Weise hinzu. Ansonsten gelten weiterhin die gleichen Prinzipien.

Tipp (für eher strenge Eltern): Reflektieren Sie in einer ruhigen Minute am Ende des Tages einmal, wie oft Sie „Nein!“ zu Ihrem Kind gesagt haben, und wie viele dieser Neins wirklich unerlässlich waren. Versuchen Sie sich diesem (möglicherweise deutlich niedrigeren) Wert zukünftig anzunähern.

Ärgert mich mein Baby mit Berechnung?

Die Frage werden so manche Eltern gut nachvollziehen können, die Antwort lautet indes klar und eindeutig: Nein! Egal, ob Ihr Baby am Kabel oder an den Vorhängen zerrt, gekonnt seinen Brei verspritzt, Ihnen die Brille von der Nase zieht oder mit seinem Schnuller im freien Fall zum wiederholten Mal die Schwerkraft testet – es erkundet dabei seine Umwelt.

Das bedeutet nicht, dass Sie dem Treiben bewundernd zuschauen müssen anstatt ihm sinnvollerweise Einhalt zu gebieten. Aber so manche nervenaufreibende Situation lässt sich mit dieser Gewissheit im Hinterkopf leichter hinnehmen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen