Wie viel Vitamin D braucht mein Kind?

Bevor wir zu den Details kommen: Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau. Es muss einerseits über die Nahrung (oder Muttermilch) zugeführt werden. Es wird aber auch zu einem Teil vom Körper selbst produziert, vorausgesetzt, er bekommt genügend Sonnenlicht ab.

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Das bedeutet nicht, dass Sie Ihr Baby täglich durch die pralle Sonne schieben müssen, damit es genügend Vitamin D abbekommt. Ein Spaziergang (im Kinderwagen oder Buggy) mit Tageslicht genügt vollauf.

Im Winter größerer Bedarf an (indirekten) Sonnenstrahlen

Und nun zu den Details: Der Tagesbedarf an Vitamin D für Säuglinge beträgt 100-400 Einheiten (E) pro Tag. Dabei werden 100 E durch die Muttermilch und bis zu 400 E durch 1 Liter Säuglingsmilch gedeckt. Der Restbedarf (z.B. in der Stillzeit) muss entweder künstlich (sogenannte Rachitis-Prophylaxe*) oder durch Lichteinwirkung vom Körper selbst produziert werden. Dazu sind im Sommer bei hellem Tageslicht 30-40 Minuten ausreichend. Dabei sollte die Sonne Ihrem Kind aber nicht direkt auf Gesicht und Hände scheinen (Empfehlungen zum Sonnenschutz beachten!). Im Winter verlängert sich die erforderliche Zeitspanne bei sonnigem (!) Wetter auf 3 Stunden.

Das muss jetzt nicht zwanghaft jeden Tag so sein. Aber Sie sollten zumindest dafür Sorge tragen, dass Ihr Kind regelmäßig an die frische Luft kommt.

Die offiziell empfohlene Gabe von 500 E Vitamin D pro Tag ab der 3. Lebenswoche bis zum Ende des 2. Lebensjahres gilt im Prinzip nur für Kinder, die weder Muttermilch noch fertige Säuglingsmilch erhalten und wenig ans Licht kommen. In allen anderen Fällen kann die eigens zugeführte Vitamin-D-Menge reduziert werden – und sollte es auch, da eine Überdosis dieses mittlerweile zu den Kortison-ähnlichen Hormonen gerechneten Vitamins zu erhöhten Kalzium- und Phosphatkonzentrationen im Blut und damit zu einer verfrühten oder erhöhten Kalkeinlagerung in Knochen, Zähnen und Gewebe führen kann.

Konkrete Empfehlungen

Eine kinderärztliche Empfehlung aus der Praxis lautet deshalb:

  • 250 E (z.B. ½ Tablette Vigantolette®) pro Tag, nur an dunklen und regnerischen (nicht an sonnigen) Tagen im ersten Lebensjahr
  • bei im Winter geborenen Kindern das gleiche Procedere auch noch im zweiten Winter
  • bei höherer Dosierung der Präparate entsprechend reduzierte Einnahme, z.B. Vigantol®-Tropfen: 2 Tropfen pro Woche

Lassen Sie sich auch individuell von Ihrem Kinderarzt beraten.

Ist Lebertran zur Rachitis-Prophylaxe noch empfehlenswert?

Nein, aufgrund der Schadstoffbelastung und geeigneter, zudem geschmacksneutraler Alternativen ist Lebertran heute, im Gegensatz zu den meisten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, nicht mehr empfehlenswert. Die Kinder würde es freuen, wenn sie wüssten, was ihnen damit an geschmacklicher Missempfindung erspart bleibt …

* Rachitis ist übrigens eine früher geläufigere Erkrankung mit einer Störung der Knochenmineralisation. Eine häufige Ursache war Mangelernährung.

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