Warum ist das Streicheln so wichtig?

Streicheln - Baby - MutterWas der Volksmund schon lange weiß, wird durch die Wissenschaft erst in jüngster Zeit immer genauer entschlüsselt: Streicheln ist nicht nur eine Wohltat für die Haut, sondern auch für die Seele. Denn zwischen Seele und Haut besteht eine enge Wechselwirkung.

Und das geht so: Die Haut ist ein sehr viel fleißigeres Organ, als wir das gemeinhin wahrnehmen. Die Haut regeneriert sich als unsere schützende Körperhülle nicht nur unablässig, sondern produziert auch viele Botenstoffe.

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Mit diesen und über die in ihren tieferen Schichten zahlreich vorhandenen Nervenzellen kommuniziert sie mit dem restlichen Organismus. Besonders beeindruckend ist die Beobachtung, dass es durch Berührung der Haut zur Freisetzung von Signalstoffen mit messbaren Wirkungen kommt, beispielsweise einem Anstieg an Wachstumshormonen.

Frühchen wachsen besser, wenn sie viel gestreichelt werden

Von sehr relevanter Bedeutung ist das etwa für Frühgeborene: Werden sie häufig berührt oder gestreichelt, wachsen sie schneller und nehmen um ein Drittel mehr an Gewicht zu als Frühchen, die nur in ihrem Brutkasten liegen. Außerdem hat man festgestellt, dass die nach einem Hautkontakt freigesetzten Botenstoffe (Zytokine) auf dieselben Gehirnbereiche wirken wie Medikamente, die gegen Depressionen eingesetzt werden.

Das tut nicht nur Babys gut, die sich auffallend wohlig räkeln, wenn sie von ihren Eltern gestreichelt werden. Die liebkosende oder auch nur aufgelegte Hand bedeutet besonders für Ihr Kind, aber auch für Ihren Lebenspartner und andere Mitglieder Ihres sozialen Umfelds ein Stück Sicherheit und verbesserte Lebensqualität. In besonderem Maße gilt das auch am Ende des Lebens wieder, wenn alten Menschen die spürbare körperliche Nähe und Wärme einer Umarmung bzw. liebevollen Berührung oft mehr helfen kann als sterile Medizin.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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