Machen Omega-3-Fettsäuren mein Kind intelligenter?

Seit einiger Zeit vermuten Wissenschaftler, dass sich eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren äußerst positiv auf die kindliche Entwicklung und womöglich auch auf den IQ des Kindes auswirken kann. Ob dem wirklich so ist, konnte bisher allerdings noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Zudem ist der genaue Wirkungsmechanismus der Omega-3-Fettsäuren noch weitgehend unklar. Für die Reifung des Gehirns sind sie auf jeden Fall essentiell.

Das Gehirn braucht Omega 3

Bisher weiß man: Unser gesamtes Nervensystem und Gehirn besteht zu 20% aus der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure). Sie sorgt unter anderem für eine gesunde Hirnfunktion und reibungslose Weitergabe von Nervenimpulsen. Zudem werden die Fettsäuren während des letzten Schwangerschaftsdrittels und den ersten Monaten nach der Geburt im Gehirn des Kindes eingelagert.

Da das Baby die Fettsäuren allerdings erst ab dem sechsten Lebensmonat selbst herstellen kann, ist es während der Schwangerschaft sowie einige Zeit danach auf eine ausreichende Omega-3-Fettsäuren-Zufuhr (über den Mutterkuchen und/oder die Muttermilch) angewiesen.

Inzwischen gibt es auch einige Studien und Untersuchungen, die den positiven Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die Gehirnentwicklung und die motorischen Fähigkeiten des Babys belegen.

Auch gut für Augen, Motorik und die soziale Entwicklung

Eine australische Studie mit 98 schwangeren Frauen, die ab der 20. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt täglich hochdosiertes Fischöl (2,2 g DHA und 1,1 g EPA) einnahmen, konnte zeigen, dass sich eine hohe Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren günstig auf die Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktion des Babys auswirkt und zu einer deutlichen Verbesserung der geistigen und motorischen Fähigkeiten beiträgt.

Weitere Untersuchungen belegen die förderliche Wirkung einer guten DHA-Versorgung auf die kindliche Entwicklung: Bei 200 stillenden Frauen in Texas führte die Aufnahme von DHA im Vergleich zu einem Kontrollöl zu einer verbesserten psychomotorischen Entwicklung des Kindes um etwa 10%.

In einer weiteren Untersuchung mit 8.000 Kindern fanden britische Forscher heraus, dass sich die feinmotorischen Fähigkeiten und die sozialen Kompetenzen von Kindern umso besser entwickeln, je mehr fettreichen Seefisch die Mütter in der Schwangerschaft verzehren.

IQ: mit Omega 3 ein paar Punkte besser

Doch nun zurück zum IQ. Tatsächlich konnte ein norwegisches Forscherteam am Institut für Ernährungsforschung in Oslo belegen, dass sich eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäruen während der Schwangerschaft und Stillzeit positiv auf den Intelligenzquotienten des Babys auswirkt.

An dieser Studie nahmen insgesamt 341 Mütter teil. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen einer Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren (täglich 2 g EPA und DHA) in der Schwangerschaft und während der ersten drei Monate nach der Geburt auf das Baby. Am Ende der Studienzeit stellten die Wissenschaftler fest, dass bei 262 vierjährigen Kindern, deren Mütter in Schwangerschaft und Stillzeit ein DHA-reiches Öl erhielten, der Intelligenzquotient um etwa 4 Punkte höher lag als bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft lediglich mit Maiskeimöl (das so gut wie keine Omega-3-Fettsäuren liefert) versorgt wurden.

Um die gewonnenen Erkenntnisse sicher bestätigen zu können, sind allerdings noch weitere Untersuchungen erforderlich. In jedem Fall können Sie sich und Ihrem Kind mit einer ausreichenden Menge an Omega 3 etwas Gutes tun.

Autorin: Nina Schratt-Peterz

 

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17185423

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12509593

http://www.schwangerundkind.de/omega-3-essenzielle-fettsaeuren.html

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