Fischöl während der Schwangerschaft macht die Kinder nicht dünner

Ernährungswissenschaftler schlagen Alarm. Bereits 15% der 3- bis 17-Jährigen haben Übergewicht. Und damit ein höheres Risiko für späteren Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie kann man davor vorbeugen? Der Versuch, das schon in der Schwangerschaft mittels Fischöl zu erreichen, ist jedenfalls nicht erfolgreich.

Unsere 10 wichtigsten Tipps zur Schwangerschaft

weiterlesen...

Versuch mit Omega-3-Fettsäuren fehlgeschlagen

Wissenschaftler des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TU München wollten herausfinden, wie sich die Zusammensetzung der Fettsäuren in der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit auf den Nachwuchs auswirkt. Sie erhöhten den Anteil von Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettem Meeresfisch vorkommen, in der Ernährung von Schwangeren durch die Gabe von Fischölkapseln und ersetzten Fleisch- durch Fischmahlzeiten. Der Grund: Omega-3-Fettsäuren sollen vor Übergewicht schützen. Dagegen sorgen Omega-6-Fettsäuren, die sich vor allem in Fleisch und Wurstwaren finden, für ein verstärktes Wachstum von Fettzellen.

Doch nachdem die Kinder geboren waren, stellte sich Ernüchterung ein. Denn im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die sich ganz normal ernährt hatte, gab es beim Nachwuchs keinen Unterschied in der Entwicklung des Fettgewebes.

Einfluss der Ernährung während der Schwangerschaft überschätzt?

Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass Fischöl-Präparate in der Schwangerschaft nicht vor Übergewicht von Kindern schützen können. Sie stellen generell den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln in Frage. Und auch hinter die Möglichkeiten, durch Ernährung in der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes zu beeinflussen – Wissenschaftler nennen das fötale Programmierung – setzen sie Fragezeichen. Bisher wurde angenommen, dass durch eine solche fötale Programmierung das Kind zu einer höheren Intelligenz gebracht und vor Allergien, Übergewicht, Asthma und Neurodermitis geschützt werden könnte.

WANC 09.01.2012
Quelle: The American Journal of Clinical Nutrition, DOI: 10.3945/ajcn.111.022590

Anzeigen