Unfruchtbar wegen Zysten: Warum verschreibt mir der Arzt Metformin – und weshalb auf Privatrezepzt?

Metformin wird zwar seit Jahrzehnten als Diabetes-Medikament eingesetzt, ist aber für die Behandlung des polyzystischen Syndroms (PCO) nicht zugelassen. Das bedeutet, dass es von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet wird.

Deshalb muss Ihr Arzt Ihnen ein Privatrezept dafür ausstellen. Und er darf es auch, weil die Verschreibung eines Medikaments außerhalb der zugelassenen Anwendung im Rahmen eines individuellen Heilversuchs möglich ist. Man spricht dann von einer „off label“-Anwendung. Metformin kann bei einem Teil der Frauen mit PCO-Syndrom folgende positive Wirkungen erzielen:

  • Abnahme der erhöhten Blutspiegel männlicher Hormone
  • Rückgang der vermehrten Körperbehaarung (Hirsutismus)
  • Normalisierung der gestörten Periode
  • Eintreten einer Schwangerschaft ohne weitere Maßnahmen

Muss ich Metformin absetzen, wenn ich schwanger geworden bin?

Im Beipackzettel von Metformin wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, das Medikament nach Bekanntwerden einer Schwangerschaft abzusetzen. Eine fruchtschädigende (teratogene) Wirkung von Metformin ist bisher allerdings nicht dokumentiert worden. Es kann sein, dass Ihr Arzt eine Fortsetzung der Behandlung auch bei bestehender Schwangerschaft für angebracht hält. Sprechen Sie mit ihm darüber.

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