Unerfüllter Kinderwunsch: Wie bekommt man raus, woran es liegt?

Aufgrund der Komplexität des Fruchtbarkeitsgeschehens und des daraus resultierenden großen Spektrums an möglichen Störquellen ist die sogenannte Sterilitätsdiagnostik (furchtbares Wort!) nur in Ausnahmefällen schnell abgehandelt.

Im Zweifel lieber Untersuchungsmarathon

Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass sich viele Paare bereits jahrelang mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch beschäftigen und dabei Vieles versucht haben, ehe sie eine auf Kinderwunschbehandlung spezialisierte Einrichtung aufsuchen.

Dann empfiehlt es sich häufig, mit der Untersuchung von Grund auf neu zu beginnen und nach einem fundierten Diagnoseschema, individuell angepasst, die einzelnen Schritte in sinnvoller Reihenfolge abzuarbeiten. Dabei liegt es an der behandelnden Ärztin oder dem Arzt, die Ursachenforschung im Interesse des Paares möglichst rasch zum Ziel zu führen, wo nötig allerdings auch mit Wiederholung von bereits früher durchgeführten Untersuchungen. Rechnen Sie in jedem Fall mit einem mehrwöchigen Zeithorizont. Manchmal kann es auch Monate dauern. Innerhalb von 3-6 Monaten sollte eine komplette Durchuntersuchung aber normalerweise abgeschlossen sein.

Welche Untersuchungen erfolgen bei der Frau?

Zur Abklärung von Fruchtbarkeitsproblemen bei der Frau kommen vor allem folgende Untersuchungsverfahren zum Einsatz:

  • gynäkologische Untersuchung (Abstrich, Kolposkopie etc.)
  • Ultraschall (Sonographie)
  • Hormonuntersuchungen (z.B. Estradiol, LH, FSH, Testosteron, DHEA-S, Progesteron, Prolaktin, Schilddrüsenhormone)

Bei Verdacht auf eine Erkrankung bzw. Schädigung der Eileiter und nachgewiesener Zeugungsfähigkeit des Mannes können sich weitere bildgebende, ggf. minimalinvasive Untersuchungen zur Diagnose der Unfruchtbarkeit anschließen:

  • Röntgenuntersuchung von Gebärmutter und Eileiter (Hysterosalpingographie, HSG)
  • Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter und Eileiter (Hysterosalpingokontrastsonographie, HSKS)
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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