Kann Stress die Ursache von Unfruchtbarkeit sein?

Ja. Die wichtigsten Steuerungszentren der Fortpflanzung befinden sich nicht etwa in den Geschlechtsorganen, sondern im Gehirn. Denn die hormonellen Regelkreise sind auch mit Hirnstrukturen verdrahtet und reagieren äußerst sensibel auf äußere Einflüsse.

Zu den potenziell fruchtbarkeitsmindernden Stressoren zählen z.B. Druck am Arbeitsplatz oder Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, Partnerschaftskonflikte, Todesfälle im Familien- oder Freundeskreis und Prüfungen. Bei der Frau kann dies zu Zyklusstörungen bis hin zur Unterdrückung des Eisprungs führen, beim Mann zur Hemmung der Samenproduktion.

Wenn der Kinderwunsch selbst zum Stress wird

Allerdings lässt sich der Faktor Stress weder ohne weiteres quantifizieren noch grundsätzlich vermeiden. Deshalb wird gerade Menschen mit Kinderwunsch empfohlen, sich durch körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Entspannung einen Ausgleich zur Stressbelastung zu verschaffen.

Übrigens gehört auch der selbstverursachte „Zeugungsstress“ zu den wirkungsvollen Verhinderern einer unbeschwerten Empfängnis. Der Frust der Partner über das „Versagen“ beim eigenen Fortpflanzungsbemühen kann dann in einen Teufelskreis münden. Machen Sie sich diese Situation klar und Ihr Lebensglück nicht vom erfüllten Kinderwunsch abhängig. Versuchen Sie, gelassen zu bleiben – und reden Sie in Ihrem Familien- oder Freundeskreis lieber nicht über „ungelegte Eier“, bis es wirklich spruchreif ist.

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