Warum steigt das Risiko einer Rhesus-Unverträglichkeit mit der zweiten Schwangerschaft?

Während einer Schwangerschaft können vereinzelt rote Blutkörperchen (Erythrozyten) des Kindes ins Blut der Mutter gelangen. Ist die Mutter Rhesus(Rh)-negativ und das Kind Rh-positiv, erfolgt eine Sensibilisierung des mütterlichen Abwehrsystem und es bildet Antikörper gegen die kindlichen Blutzellen.

Unsere 10 wichtigsten Tipps zur Schwangerschaft

weiterlesen...

In der ersten Schwangerschaft ist dieser Vorgang normalerweise noch wenig riskant, da die Menge der Antikörper nur langsam zunimmt. Allerdings kann auch das erste Kind bereits mit Gelbsucht und einer etwas geringeren Zahl von roten Blutkörperchen zur Welt kommen.

Kontakt mit Blut des ersten Kindes erhöht die Antikörper-Zahl

Bei der Geburt – oder einer Beendigung der Schwangerschaft auf anderem Wege – treten dann größere Mengen kindlicher Erythrozyten in den mütterlichen Blutkreislauf über und lösen eine verstärkte Antikörperbildung aus (Boosterung). Deshalb steigt die Gefahr einer schweren Rhesus-Unverträglichkeit ab der zweiten Schwangerschaft sprunghaft an.

Wenn das nächste Kind wiederum Rh-positiv ist, führen die (nun zahlreichen) mütterlichen Antikörper zur Verklumpung und zum raschen Abbau der roten Blutkörperchen des Feten. Blutarmut, Wasser- und Gelbsucht, Fehlbildungen oder Krampfanfälle bis hin zum Tod des Ungeborenen zählen zu den möglichen Folgen.

Autor:

Anzeigen