Sauerstoffmangel: Gefahr im Mutterleib

Ein Radiologen-Team der Universitätsklinik Hamburg hat ein Verfahren entwickelt, mit dem ein Sauerstoffmangel beim Ungeborenen künftig möglicherweise frühzeitig zu erkennen ist. Mit der Magnetresonanztomographie. Also ganz ohne radioaktive Strahlen.

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Bei der Magnetresonanztomographie (kurz MRT) werden die Körperbilder über ein Magnetfeld erzeugt. In vielen anderen medizinischen Disziplinen sind MRT-Bilder schon gang und gäbe. Das Untersuchungsverfahren kommt ähnlich wie der Ultraschall ohne Röntgenstrahlen aus und ist nach heutigem Kenntnisstand völlig unschädlich. Allerdings ist die Magnetresonanztomographie aufwändig und teuer.

Bisher regiert der Ultraschall

In der Schwangerschaftsdiagnostik war die Magnetresonanztomographie bisher kein Thema. Das Wohlbefinden des Föten lässt sich üblicherweise mit der sehr viel einfacheren Ultraschalluntersuchung gut abbilden.

Allerdings hat auch der Ultraschall seine Grenzen. Eine Unterversorgung mit Sauerstoff kann er zum Beispiel nicht aufzeigen. Und die ist gar nicht mal so selten. Bei 3-10% aller Schwangerschaften kommt es zu Sauerstoffproblemen beim Ungeborenen. Viele der betroffenen Föten sterben schon im Mutterleib, meist, bevor die Schwangerschaft überhaupt erkannt wird. Überleben sie die ersten Monate aber, kann es später durch die Unterversorgung mit dem Lebenselixier Sauerstoff zu schweren Geburtskomplikationen, Schädigungen oder auch zu Fehlbildungen kommen.

Künftig MRT-Untersuchung bei Risikoschwangerschaften?

Die Radiologen haben ein spezielles Bildauswertungsverfahren entwickelt, mit dem die MRT den Sauerstoffgehalt des Föten direkt am Trägerprotein Hämoglobin abliest. Nun hat eine Pilotstudie der Hamburger Arbeitsgruppe zeigen können, dass sich solche Sauerstoffdefizite mit der MRT-Untersuchung sehr gut nachweisen lassen. Zumindest bei trächtigen Lämmern. Die gelten aber in der Geburtsheilkunde als ideale Studienobjekte, weil sie fast genauso groß sind wie menschliche Föten.

Nach Anscht der Wissenschaftler eröffnet das die Möglichkeit, künftig zumindest bei potentiellen Risikoschwangerschaften die Sauerstoffversorgung mit einer MRT-Untersuchung zu prüfen. Denn wenn man diese Unterversorgung rechtzeitig entdeckt, könnte man mit therapeutischen Maßnahmen bei der Mutter oder im Ernstfall auch mit einer eingeleiteten Frühgeburt schwere Gesundheitsschäden beim Kind verhindern.

Die Hamburger Radiologen planen nun, die Untersuchung auch bei freiwilligen Schwangeren zu testen.

Autoren: WANC/, 05.01.04

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Kommentare (1)
MRT bei Riskoschwangeren
1 Montag, den 16. November 2015 um 07:53 Uhr
honey
Ich finde es gut, wenn solch ein MRT Standard wird bei Risikoschwangeren, da ich nun selbst das am eigenen Körper durchmachen musste. Mein Kind hat unter der Schwangerschaft einen Sauerstoffmangel erlitten und ist nun mit starken Hirnschaden zur Welt gekommen (alle Untersuchungen waren immer ok, hat nie einer etwas in der Schwangerschaft festgestellt, es war bei der Geburt ein riesen Schock für uns).
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