Was passiert eigentlich mit dem gespendeten Nabelschnurblut?

Nachdem eine ausreichende Menge an Blut aus der Nabelschnur gewonnen wurde, wird der Auffangbeutel zur Stammzellbank gebracht. Dort erfolgt eine Volumenreduktion des Nabelschnurbluts, denn nur die Stammzellen werden für eine spätere Transplantation benötigt.

Unsere 10 wichtigsten Tipps zur Schwangerschaft

weiterlesen...

Anschließend wird das Zellkonzentrat zusammen mit einer Einfrierlösung fachgerecht bei -196 °C tiefgefroren und in Flüssigstickstoff gelagert. Bei den Blutproben wird eine Bestimmung der Blutgruppe sowie der relevanten Gewebemerkmale inklusive bestimmter Infektionsmarker (z.B. HIV und Hepatitis) vorgenommen. Über das Register der Stammzellbank stehen die aufbereiteten Stammzelltransplantate nun weltweit für Patienten mit entsprechendem Bedarf zur Verfügung.

Wie gelangen gespendete Stammzellen aus Nabelschnurblut zum Empfänger?

Nach Anforderung bei der Stammzellbank wird ein geeignetes Stammzelltransplantat in einem isolierten Transportbehälter bei -196 °C in das Transplantationszentrum gebracht. Nach vorsichtigem Auftauen und Herauswaschen der Einfrierlösung werden die Stammzellen – ähnlich wie eine normale Blutkonserve – langsam über die Vene in den Blutkreislauf des Empfängers geleitet (transfundiert). Die Stammzellen siedeln sich nun im Knochenmarkraum des Empfängers an und beginnen, sich zu vermehren und neue Blutzellen zu bilden.

Werden alle Nabelschnurblutspenden eingelagert?

Nein, denn nicht alle Nabelschnurblutentnahmen sind für den medizinischen Einsatz geeignet. Gründe dafür können z.B. sein:

  • erforderliches Mindestvolumen (ca. 60-65 ml) nicht erreicht
  • keine für einen Transplantationserfolg ausreichende Anzahl an Stammzellen
  • Infektion der Mutter während der Schwangerschaft (und damit auch des Nabelschnurbluts)
  • bakterielle Verunreinigung

Autor:

Anzeigen